Hilfe für Familien im Emsland Wellcome-Engel werden in Meppen für Engagement ausgezeichnet

Von Heinrich Schepers

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Für ihren Einsatz beim Projekt Wellcome wurden zwölf Frauen in einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Hilfsinitiative geehrt. Foto: Heinrich SchepersFür ihren Einsatz beim Projekt Wellcome wurden zwölf Frauen in einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Hilfsinitiative geehrt. Foto: Heinrich Schepers

Meppen. Seit zehn Jahren unterstützt das Projekt „Wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt“ Familien im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes. Angeschlossen ist Wellcome im Emsland an den Verein Donum Vitae. Getragen wird die Hilfsinitiative von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die bei einer Feierstunde in Anwesenheit von Vertretern aus Politik, Verwaltung und Netzwerkpartnern im Kreishaus geehrt wurden.

Dorothee Gepp, Vorsitzende von Donum Vitae Emsland, beschrieb, wie das Hilfsangebot von Wellcome im Landkreis etabliert wurde. So habe Donum Vitae 2008 mithilfe des Lions-Clubs das nötige Geld aufgebracht und damit Wellcome ermöglicht. Seit 2011 fördere das Land Niedersachsen das Projekt zu 50 Prozent. Zudem werde Wellcome über Spenden getragen. „Den Spendern gilt unser ganz großer Dank.“

Wie das Projekt jungen Familien hilft, stellte Wellcome-Koordinatorin Melanie Brake vor. „Die Geburt eines Kindes verändert die gesamte Lebenswelt und stellt das bisher gewohnte Leben auf den Kopf“, sagte sie. Wenn dann ein soziales Netzwerk fehle, der Partner beruflich stark eingespannt sei oder ein Elternteil das Kind alleine betreue, könne „das System Familie schnell ins Wanken kommen.“

Eltern entlasten

Hier setzt das Wellcome-Angebot an. „Die ehrenamtlichen Wellcome-Engel unterstützen junge Familien, ganz praktisch in der ersten Zeit nach der Geburt“, so Brake. Ein- bis zweimal in der Woche können die Helfer die Familien für einige Stunden entlasten und Müttern Zeit schenken, um eine Stunde für sich zu haben, Papierkram zu erledigen, sich in Ruhe mit einer Freundin zu treffen oder etwas Schlaf nachzuholen, erläuterte Brake. Dies passiere, indem sich Wellcome-Helferinnen etwa um Geschwisterkinder kümmern, mit dem Baby spazieren gehen oder einfach nur zuhören.

Derzeit seien 31 freiwillige Helferinnen im Emsland für Wellcome tätig, 164 Familien seien in den vergangenen zehn Jahren betreut worden. Brake dankte den Ehrenamtlichen: „Nähe, Anteilnahme und Herzlichkeit wird bei Wellcome gelebt.“ Sie wies darauf hin, dass das Wellcome-Team im Meppener Raum noch Unterstützung benötige. „Wer Interesse hat, darf sich gerne bei uns melden.“

Niedrigschwellig

Auch Landrat Reinhard Winter dankte den Akteuren von Wellcome, die das niederschwellige Hilfsangebot für Familien mit Babys bereitstellen. Das Thema Familienfreundlichkeit sei für die Entwicklung des Emslandes von maßgeblicher Bedeutung. Eine Aufgabe des Landkreises ist laut Winter, die notwendigen Rahmenbedingungen für Familien und Kinder zu schaffen.

Hierfür müssten Unterstützung, Beratung und Prävention geleistet werden, um dem Schutzauftrag nachzukommen. „Wir unterstützen dabei auch das Wellcome-Angebot von Donum Vitae finanziell, weil wir wissen, wie wichtig die Betreuung und Begleitung junger Familien ist und wie bedeutend es ist, diese große gesellschaftliche Aufgabe auf viele Schultern zu verteilen und damit auf ein breites Fundament zu stellen“, sagte der Landrat.

Frühkindliche Bildung

In einem spannenden und unterhaltsamen Fachvortrag erläuterte Referent Christoph Hutter, Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen des Bistums Osnabrück, die Bedeutung der frühkindlichen Bindung für die Entwicklung des Menschen. Im Anschluss trugen Kinder der Meppener Kindertagesstätte St. Margareta in einer originellen Darbietung einige Lieder vor und ernteten viel Applaus.

Bei der Ehrung lobte Wellcome-Landeskoordinatorin Marit Kukat den Einsatz der Mitarbeiterinnen: „Durch ihre Zusammenarbeit und ihren Einsatz ist Wellcome zu einem festen Bestandteil der frühen Hilfen hier im Landkreis geworden.“ Für ihr zehnjähriges Engagement wurden Marlies Brand-Saßen, Maria Korbmacher-Willen und Marlies Staars geehrt. Für ihren Einsatz bei Wellcome erhielten zudem Anne Klöss, Monika Thiede, Ortrud Baumann, Marianne Wellenbrock, Angela Arens, Elke Hildebrandt, Dorothe Janßen, Reinhild Revermann und Marita Bojer eine Ehrung.


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