Zweieinhalb Jahre Bauzeit erwartet Flutbrücke Meppen-Versen wird ab 2019 neu errichtet

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Wird nun neu gebaut: Die Flutbrücke in Meppen-Versen. Foto: Tobias BöckermannWird nun neu gebaut: Die Flutbrücke in Meppen-Versen. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Nach mehrjähriger Wartezeit wird die Flutbrücke in Meppen-Versen nun für 6,5 Millionen Euro gebaut. Mitte 2021 soll sie fertig sein, bis dahin müssen Umleitungen in Kauf genommen werden.

Nach mehrjähriger Wartezeit wird die Flutbrücke in Meppen-Versen nun für 6,5 Millionen Euro gebaut. Mitte 2021 soll sie fertig sein, bis dahin müssen Umleitungen in Kauf genommen werden.

Sie freuen sich über den Baustart in wenigen Tagen, v.l. Gerd Gels, Dirk Kopmeyer, Reinhard Winter, Helmut Knurbein und Detlev Thieke. Foto: Tobias Böckermann

Die Brücke verbindet im Zuge der Versener Straße (K203) die Ortsteile Esterfeld und Versen und wird auch von vielen Pendlern befahren, die aus Richtung Wesuwe oder von der B402 aus Richtung Westen kommend in die Innenstadt fahren wollen. Rund 4700 Fahrzeugbewegungen mit einem Schwerlastanteil von fünf Prozent (Stand 2010) gebe es derzeit pro Tag, sagte Landrat Reinhard Winter bei der Vorstellung des Bauprojektes, die er gemeinsam mit Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein, Versens Ortsvorsteher Gerd Gels, Kreisbaudezernent Dirk Kopmeyer sowie dem Fachbereichsleiter Straßenbau, Detlev Thieke, im Kreishaus vornahm.

Nach ihrer Fertigstellung in den 1960er Jahren galt die Brücke als hochmodern. Die Konstruktion des etwa 200 Meter langen Bauwerks war damals in Teilstücken abschnittsweise hergestellt worden. Die so entstehenden Koppelfugen der vorgespannten Tragkonstruktion erwiesen sich nun als Schwachstellen im Bauwerk. Archivfoto: Franz-Josef Böckermann

Die 200 Meter lange Brücke war 2015 einseitig gesperrt worden, weil sie nach rund 50 Jahren Standzeit als baufällig einzustufen war und nicht mehr den Belastungen standhielt, die im Begegnungsverkehr zweier Schwerlastfahrzeuge entstehen. Seitdem war die Brücke per Ampelregelung nur einseitig befahrbar.

Pläne schon 2015 fertig

Der Landkreis Emsland als Bauträger der kreiseigenen Brücke hatte schon 2015 alle Pläne für einen Neubau fertig und auch mit den Besitzern der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Zuge der Brücke eine „sehr gute Lösung“ gefunden, wie Thieke betonte. Aber aufgrund der hohen Baukosten setzte die Verwaltung auf eine anteilige Finanzierung der Brücke durch das Land Niedersachsen, die aber mehrfach abgelehnt wurde.

„Am Ende haben wir einen langen Atem bewiesen und sind dafür belohnt worden“, sagte Landrat Winter. Denn das Land schieße nun aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (NGVFG) 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu, umgerechnet 3,9 Millionen Euro. „Ohne diese Gelder hätten wir das Projekt so nicht stemmen können“, sagte Baudezernent Kopmeyer. „Oder es hätten für andere Projekte im Emsland die Mittel gefehlt.“

Eine Ampel regelt seit Jahren den Verkehr. Foto: Tobias Böckermann

Nun also sollen Mitte November die vorbereitenden Arbeiten starten, voraussichtlich im Januar muss die Brücke für zweieinhalb Jahre gesperrt und abgerissen werden. In der Flutmulde selbst entsteht dann eine Baustraße. Der motorisierte Verkehr soll über die B402 und die L48 über Rühle umgeleitet werden. Radfahrer können eine kleine Nebenstraße nutzen, die allerdings für die Vielzahl an zum Teil scheren Fahrzeugen als Umleitungsstrecke nicht geeignet ist, da sie eine Holzbrücke mit Lastbeschränkung enthält.

„Die Bürger von Versen werden Umwege in Kauf nehmen müssen. Das lässt sich leider nicht anders lösen“, sagte Reinhard Winter. „Wir freuen uns sehr, dass am Ende eine neue tragfähige Verbindung für Jahrzehnte entsteht.“

Gründungspfähle reichen 20 Meter in die Erde

Die neue Brücke wird nach Angaben von Detlev Thieke aufgeständert wie bisher. Die Gründungspfähle werden aber wesentlich tiefer ins Erdreich getrieben, nämlich rund 20 Meter. Fahrbahn und Radweg werden im Vergleich zur jetzigen Brücke verbreitert. Die vermeintlich „lange“ Bauzeit habe einfach damit zu tun, dass zum Beispiel die Betonelemente sehr lange aushärten müssten.

Bei der Ausschreibung der Bauarbeiten sind zwei emsländische Firmen zum Zuge gekommen, nämlich Oehm aus Meppen für den Neubau und Moss aus Lingen für den Abriss der alten Brücke, der 2019 beginnt. Als Alternative habe man kurzzeitig über einen kostengünstigeren Verzicht der Aufständerung nachgedacht, sagte Bürgermeister Knurbein. Dies hätte aber in Hochwassersituationen immer wiederkehrende Umwege zur Folge gehabt.

In regenreicheren Zeiten tritt der Bullerbach über die Ufer. Foto: Lars Schröer

Die Brücke über die Flutmulde ist eines von mehreren Brückenbauprojekten der jüngeren Vergangenheit und Zukunft im Emsland. In diesem stehen außerdem noch drei kleinere Brücken (Brookgraben, Rühlermoorschloot, Radwegbrücke Elsbach) für weitere 1,3 Millionen Euro auf der Agenda.


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