Konzept für Großschadenslagen Emsland ist jetzt besser auf Massenunfälle vorbereitet

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Der Landkreis Emsland hat ein neues Einsatzkonzept für Großschadenslagen erarbeitet. Quelle: Landkreis EmslandDer Landkreis Emsland hat ein neues Einsatzkonzept für Großschadenslagen erarbeitet. Quelle: Landkreis Emsland

Meppen. Das Emsland ist für ein Notfallereignis mit vielen Verletzten oder Kranken jetzt noch besser gerüstet als zuvor. Die Kreisverwaltung hat dem Feuerschutzausschuss ein neues Konzept vorgelegt. Es sieht die Kooperation mit benachbarten Landkreisen vor.

Der „Ärztliche Leiter Rettungsdienst der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim“, Dr. Wolfgang Hagemann, hat den Ausschussmitgliedern im Kreishaus Meppen eine neu erarbeitete Einsatzkonzeption vorgestellt. Hauptanforderung ist die Bewältigung einer großen Anzahl von Verletzten oder Kranken – etwa bei einem Verkehrsunfall mit Bus und Bahn oder bei einem Terroranschlag. Dabei gehe es um die Einsatzstufe vor der Ausrufung des Katastrophenfalles, der dann andere Befugnisse für die Behörden ermögliche.

Der Regelrettungsdienst verfügt allerdings nur über eine begrenzte Anzahl an Einsatzkräften und Fahrzeugen – das Vorhalten einer ungenutzten Leistungsreserve für extrem seltene sogenannte „Massenanfälle an Versorgungs- und Hilfebedürftigen“ (MANV) wäre schlicht unwirtschaftlich.

Bisher ehrenamtlich

Deshalb habe man bislang für diese Fälle auf den Einsatz von ehrenamtlichen Rettungskräften gesetzt, die im Notfall aktiviert wurden. Allerdings benötigten diese Kräfte naturgemäß einige Zeit, bis sie einsatzfähig seien, sagte Wolfgang Hagemann.

Empfehlung des Landes Niedersachsen

Einer Empfehlung des Landes Niedersachsen von 2014 folgend, habe man deshalb ein neues Konzept für sogenannte MANV-S-Einheiten erarbeitet. S stehe dabei für „sofort“. Diese Einheiten sollten also umgehend eingesetzt werden können. Sie bestehen aus einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und zwei Rettungstransportwagen (RTW).

Die MANV-S-Einheit soll mindestens zwei Patienten medizinisch versorgen können und spätestens 30 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort eintreffen.

Außerdem gibt es eine MANV-T-Einheit, „T“ wie „Transport“. Sie muss fünf liegende und fünf sitzende Patienten transportieren können. Schließlich wird eine MANV-PA-Einheit vorgehalten, „PA“ wie „Patientenablage“. Sie soll zehn bis 15 Patienten eigenständig an einem Sammelplatz versorgen.

Das Emsland benötigt aufgrund seiner Größe zwei MANV-S-Einheiten, drei MANV-T-Einheiten und zwei MANV-PA-Einheiten. „Damit könnten 30 bis 40 Patienten sehr schnell nach rettungsdienstlichen Kriterien versorgt werden“, sagte Wolfgang Hagemann. Da kein Landkreis diese Kapazitäten ungenutzt vorhalten kann, werden sie im Bedarfsfall jeweils aus den Nachbarlandkreisen gestellt, die dafür dann Einsatzteams aus dem Regelrettungsdienst abgeben und ihrerseits bei sich für Ersatz sorgen.

Dieses Prinzip funktioniere auch umgekehrt, berichtete der Leitende Notarzt. Das Emsland stelle also im Bedarfsfall auch Hilfskräfte für andere Landkreise.

Das Konzept insgesamt ist sehr umfassend und regelt auch die Abfolge der Versorgung nach Schweregrad der Verletzung oder die Übergabe an Kliniken. Außerdem wurden parallel die Katastrophenschutzeinheiten neu gegliedert und aktuellen Anforderungen angepasst.

Höhere Entschädigung

Manfred Gerdes (CDU) betonte, der Zivilschutz sei glücklicherweise lange kein Thema mehr gewesen im Emsland, das an sich mit seinem festen Krisenzentrum im Kreishaus für Katastrophen gut aufgestellt sei. Angesichts vieler Terroranschläge habe sich die Lage geändert, deshalb sei das neue Konzept konsequent und gut. Er dankte den ehrenamtlichen Rettungskräften, die man weiterhin benötige. Lob gab es auch von Willi Jansen (SPD), der entstandene Lücken nun geschlossen sieht.

Zuvor hatte der Ausschuss einer Erhöhung der Entschädigung für Kreisausbilder der Feuerwehren zugestimmt. 2017 hatten diese 3100 Unterrichtsstunden geleistet und 750 Feuerwehrmänner und -frauen ausgebildet. Ihre Vergütung wird von zehn auf zwölf Euro je Stunde angehoben.


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