"Tiere lieber nicht erschlagen" Invasion von Kiefernwanze macht Meppenern zu schaffen

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Unzählige Kiefernwanzen hat die Meppenerin Gundi Hoffmann bereits in ihrem Haus eingefangen. Sie hofft, dass die Plage bald ein Ende hat. Foto: Harry de WinterUnzählige Kiefernwanzen hat die Meppenerin Gundi Hoffmann bereits in ihrem Haus eingefangen. Sie hofft, dass die Plage bald ein Ende hat. Foto: Harry de Winter

Meppen. Die Amerikanische Kiefernwanze ist in Meppen auf dem Vormarsch. Auf der Suche nach einem warmen Winterquartier klettert das recht große Insekt bevorzugt durch Fenster und Türen in die Häuser. Ein Tipp im Voraus: Die Tiere sollten nicht erschlagen werden, denn das kann unangenehme Folgen haben.

Die Meppenerin Gundi Hoffmann hat seit einigen Tagen ständig Kiefernwanzen im Haus und ist mittlerweile richtig genervt. "Die Insekten krabbeln überall in das Haus", sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. "Ich mag schon gar nicht mehr lüften, weil sie dann durch das Fenster rein kommen." Dabei machen die Kiefernwanzen keinen Halt vor dem Schlafzimmer. "Mein Mann und ich werden regelmäßig nachts wach, weil uns die Tierchen durch das Gesicht laufen. Das finden wir nicht gerade schön. Auch die Nachbarn haben Last von diesen Insekten." Neben Häuser werden auch gerne Autos befallen. 

Schnelle Abhilfe ist derzeit aber nicht in Sicht. So bleibt den Hoffmanns und den Nachbarn nichts anderes übrig, als die Zimmer immer wieder nach den Krabblern abzusuchen und sie einzufangen.

Foto: Harry de Winter


Kiefernwanzen nicht erschlagen

Auf Nachfrage beim Naturschutzbund Deutschland Emsland/Grafschaft Bentheim (NABU) teilt Mitarbeiterin Katja Hübner mit, dass das vermehrte Auftreten der Kiefernwanze bekannt  und auf den warmen Sommer zurückzuführen sei. "Die Wanzen lieben Wärme", sagt Hübner. "Da es jetzt langsam kälter wird, suchen sie sich ein warmes Plätzchen zum Überwintern. Und da sind unsere Häuser ein gern genutztes Ziel." Nur ein strenger Winter könnte den Bestand spürbar dezimieren. 

Eine Gefahr gehe indes von die Kiefernwanzen nicht aus, da sie weder stechen noch beißen könnten. Hübner rät jedoch davon ab, die Tiere zu erschlagen, da so Pheromone freigesetzt werden, die weitere Artgenossen anlocken würden. 

Foto: Harry de Winter


Seit 2006 in Deutschland

Eingeschleppt nach Europa wurde die Amerikanische Kiefernwanze  Ende des 20. Jahrhunderts. Ab etwa 2006 wurden erstmals größere Populationen in Deutschland festgestellt. Während die Wanze in Amerika als Schädling gelistet ist, gilt sie in Deutschland lediglich als "Lästling". Die mit langen Fühlern ausgestatteten Tiere haben eine Körperlänge von 15 bis 20 Millimeter und sind fünf bis sieben Millimeter breit. Die Oberseite ist rötlich braun bis schwarz, in der Mitte der Flügeldecken verläuft quer ein charakteristisches, schmal weißes Zickzackband, dieses kann aber auch schwach ausgeprägt sein oder fehlen. 

Die Tiere sind gute Flieger, Flugweise und das laute Summen ähneln dem Flug von Hummeln. Sie können bei groben Störungen ein Sekret absondern, dessen Geruch etwas an den von Kiefernnadeln erinnert. Die Larven saugen an den jungen Samen und Blüten von Nadelbäumen, vor allem an Kiefern. Daher der Name Kiefernwanze. Ausgewachsene Tiere ernähren sich von den Samen der Nadelbäume. 


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