„100 Millionen Euro Schaden“ Moorbrand: Grüne fordern Investitionen in Moorschutz

Von Tobias Böckermann und Klaus Wieschemeyer

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So sahen Teile der Tinner Dose gegen Ende des Moorbrandes aus. Foto: Tobias BöckermannSo sahen Teile der Tinner Dose gegen Ende des Moorbrandes aus. Foto: Tobias Böckermann

tb/dpa Hannover/Meppen. Nach dem Moorbrand auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD) bei Meppen fordern Niedersachsens Grüne die Bundeswehr zu Millionen-Investitionen in den Moorschutz auf.

„Wir gehen davon aus, dass der Moorbrand einen gesamtgesellschaftlichen Schaden allein durch CO2-Emmissionen von knapp 100 Millionen Euro verursacht. Diese Summe muss die Bundeswehr in den Moorschutz in Niedersachsen investieren“, forderte am Dienstag die energiepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, in Hannover. Bis die vielen offenen Fragen zum Moorbrand geklärt seien, müsse zudem das Moratorium für den Schießbetrieb weiter gelten.

„Beim Moorbrand wurden 1,2 Millionen Tonnen des Klimagases CO2 freigesetzt, das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß der Stadt Oldenburg oder eines Kohlekraftwerks“, behauptete Verlinden. Holger Buschmann, der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), konnte noch keine abschließende Bilanz zu den Schäden im Hochmoor ziehen, befürchtet aber dessen weitgehende Zerstörung. Auch er forderte daher: „Renaturierung und Ausgleich durch das Land und die Bundeswehr sind absolut notwendig.“ Ein weiteres Problem sei die Aufdüngung des Moores durch das Löschwasser. 

Lies für Runden Tisch

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen Runden Tisch zur Bewältigung der Folgen vorgeschlagen. Man stehe nun vor der Aufgabe, die entstandenen Schäden zu bewältigen und das Moorgebiet zu regenerieren, soweit dies technisch und ökologisch möglich sei. Der Brand war am 3. September nach einem Waffentest ausgebrochen.

Die Bundeswehr teilte zuletzt mit, der Brand sei gelöscht, aber es gebe noch einzelne Wärmequellen im Moor. Es fänden keine planmäßigen Aufklärungsflüge mittels Drohnen mehr statt, können aber jederzeit bei Bedarf kurzfristig wieder erfolgen. 128 Anträge auf Schadenersatz sind bisher gestellt worden.

Der naturschutzpolitische Sprecher der Landtagsgrünen, Ex-Agrarminister Christian Meyer, forderte die Bundeswehr auf, Verantwprtung für die Schäden zu übernehmen. Die Bewertung der Folgen für Umwelt und Klima dürfe nicht der Bundeswehr überlassen werden, sagte Meyer. Dies sollten „unabhängige Experten“ wie der NABU übernehmen.


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