Tat gemeinsam begangen Drei Harener bekommen Bewährungsstrafen nach Körperverletzung

Von Gerd Albers

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Das Amtsgericht Meppen verurteilte zwei Männer und eine Frau aus Haren zu Freiheitsstrafen auf Bewährung. Foto: Michael GründelDas Amtsgericht Meppen verurteilte zwei Männer und eine Frau aus Haren zu Freiheitsstrafen auf Bewährung. Foto: Michael Gründel

Meppen/Haren. Das Amtsgericht Meppen verurteilte drei junge Leute aus dem Raum Haren jeweils zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte die drei jungen Leute, eine Frau und zwei Männer, wegen gefährlicher Körperverletzung, die gemeinschaftlich begangen wurde, angeklagt.

Während der Feier eines Motorradclubs in Meppen-Versen kam es vor dem Clubhaus zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der Frau und einem anderen Gast. Der Gast setzte sich danach in sein Auto um dort zu übernachten. Als die beiden männlichen Begleiter sahen, dass die junge Frau am Boden lag, gingen sie davon aus, dass sie von dem anderen Gast zusammengeschlagen worden war. Sie sahen den Gast in seinem PKW und überfielen ihn. Die Täter drangen über die Beifahrertür in das Fahrzeug ein und verprügelten gemeinschaftlich den Mann. Dieser erlitt erhebliche Verletzungen am ganzen Körper und war für zwei Wochen arbeitsunfähig.

Hatten die drei Angeklagten in den polizeilichen Ermittlungen von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, behaupteten alle drei, während der Gerichtsverhandlung, zwar am Ort des Geschehens gewesen zu sein, diesen aber kurz nach 1 Uhr nachts mit einem Taxi verlassen zu haben. Für die Körperverletzung kämen sie somit nicht in Frage, da diese bekanntlich gegen 4 Uhr morgens stattgefunden habe. Der als Zeuge geladene Geschädigte erkannte den Haupttäter auf der Anklagebank wieder. Er beschrieb den Tatablauf, wie er in der Anklageschrift niedergelegt war. Zudem sagte er aus, dass er erhebliche Verletzung, erlitten habe. Durch Schläge der drei Angeklagten, habe er am ganzen Körper schmerzhafte Prellungen davongetragen, auch Würgemale seien durch den Angriff entstanden. Aufgrund der Verletzungen sei er zwei Wochen nicht arbeitsfähig gewesen.

Unterschiedliche Zeugenaussagen

Eine weitere Zeugin, die den Vorfall beobachtet hatte, schilderte den Sachverhalt wie in der Anklage festgehalten. Sie war sich sicher, dass die Angeklagten die Tat gemeinschaftlich ausgeführt hatten und den Geschädigten in seinem Auto überfielen und auf ihn eindroschen. Belastungstendenzen konnte der Strafrichter nicht feststellen. Eine weitere Zeugin behauptete, dass die drei Angeklagten den Club gegen 1 Uhr mit einem Taxi verlassen hätten. Sie habe bei der Abfahrt auf ihre Handy geschaut, konnte aber nicht erklären, warum sie das tat. Außerdem wurde bekannt, dass sie mit einem der Männer liiert ist. Die Staatsanwaltschaft, aber auch der Strafrichter erwägen ein Verfahren gegen diese Zeugin wegen falscher uneidlicher Aussage. Auch eine Vertreterin des Taxiunternehmens war als Zeugin geladen und bestätigte um die besagte Zeit keine Fahrt in Richtung des Clubhauses angenommen zu haben. Allerdings sei eine Fahrt gegen 03.50 Uhr von dem Club in den Raum Haren durchgeführt worden. Diese Fahrt führte zu den Adressen der drei Angeklagten, die in ihrem Protokoll vermerkt waren. Auch der Name des einen Angeklagte sei als Anrufer festgehalten worden.

Verteidiger zweifelt an Schuld

Die Strafregisterauszüge von der Frau und einem Angeklagten wiesen keine Voreintragungen auf, während es beim dritten Angeklagten drei Eintragungen gab, die allerdings nicht einschlägig waren. In ihrem Plädoyer sah die Staatsanwältin die Schuld der Angeklagten als erwiesen an und stützte sich vor allem auf die detailgetreue Zeugenaussage, der Zeugin, die die Auseinandersetzung von Anfang an beobachtete. Zudem habe die Aussage der Taxiunternehmerin die Aussagen der Angeklagten widerlegt. Sie forderte für alle drei Angeklagten eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Außerdem beantragte sie ein angemessenes Schmerzensgeld für den Geschädigten und eine Geldauflage in Höhe eines Monatsgehaltes. Ganz anders sah es die Verteidigung. Sie blieb dabei, dass die Mandanten gegen 1 Uhr die Feier verlassen hätten. Der Name des Anrufers beim Taxiunternehmen könne genauso gut der Bruder der Angeklagten gewesen sein. Dieser sei ebenfalls auf der Feier gewesen und erst spät nach Hause gekommen. Deshalb bestünden erhebliche Zweifel an der Täterschaft der Angeklagten und im Zweifel müsse man dann zum Freispruch kommen. Der Strafrichter schloß sich den Anträgen der Staatsanwaltschaft an. Er verurteilte alle drei Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf drei Jahre Bewährung. Jeder hat an den Geschädigten 500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Zudem muss jeder 1500 Euro an die Staatskasse überweisen. Außerdem tragen sie die Kosten des Verfahrens.


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