Aktion ab 29. Oktober Sondertafel am Rathaus Meppen: Bevor ich sterbe, möchte ich ...

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Eine solche Tafel steht ab Montag, 29. Oktober, beim Meppener Rathaus. Archivfoto: Kerstin BalksEine solche Tafel steht ab Montag, 29. Oktober, beim Meppener Rathaus. Archivfoto: Kerstin Balks

Meppen. Was möchte ich noch erleben, bevor ich sterbe? Was würde ich kurz vor meinem Ableben noch einmal genießen wollen? Antworten darauf gibt die Ausstellungstafel „Before I die (Bevor ich sterbe)“. Sie wird ab 29. Oktober neben dem Rathaus in Meppen gezeigt.

Das Büro der Kirche in Meppen (KIM) und die Hospiz-Hilfe Meppen laden dazu ein, an dieser Wand vorbeizugehen und den Satz mit einem eigenen Gedanken zu vervollständigen. Wer möchte, kann ins Gespräch kommen.

Das Projekt wurde vor sieben Jahren von der amerikanischen Künstlerin Candy Chang ins Leben gerufen. Nach dem Tod einer geliebten Person schrieb sie „Before I die, I want to...“ auf eine leere Hauswand in New Orleans. Sie wollte mit ihrer Trauer nicht länger alleine zu Hause bleiben, sondern mit Nachbarn oder vorbeigehenden Passanten ins Gespräch kommen. Chang suchte nach einer Sprache dafür, was sie so sprachlos gemacht hatte. Sie wollte über die eigene Endlichkeit und Sterblichkeit, das Leben und den Tod sprechen lernen. Und sie wollte damit einen Weg finden, das, was sie so traurig machte, zu verarbeiten, indem sie mit anderen Worte dafür fand.

Sprachlosigkeit

Diese Erfahrung von Sprachlosigkeit ist den Ehrenamtlichen der Hospizarbeit und auch denen, die sich bei KIM engagieren, nicht fremd. Oft begegnen oder begleiten sie Menschen, die ähnliche Erfahrungen des Verlustes nach einem langen Sterbeprozess von Angehörigen oder Freunden gemacht haben oder ganz plötzlich von jemandem Abschied nehmen mussten. Immer wieder zeigt sich: Diese Themen des Abschieds, des Sterbens und der Trauer liegen quer zu unserer Zeit, sind anstrengend und herausfordernd.

Tröstliche Erfahrung

„Aber es gibt auch die tröstliche Erfahrung, dafür Worte zu finden, indem man anderen Menschen begegnet, mit ihnen diese Erfahrungen teilen oder einfach nur zuhören kann“, sagt Carmen Breuckmann-Giertz, Vorsitzende der Hospiz-Hilfe Meppen. Das globale Kunstprojekt sei ein Medium dafür, das die Menschen einladen wolle, ihr Leben zu reflektieren und ihre persönlichen Wünsche und Hoffnungen auszudrücken. In vielen Städten und Ländern hätten mittlerweile Menschen dieses Projekt realisiert.

Möglichkeit des Austausches

Eine große Tafel so zu beschriften, wie Candy Chang es tat, dazu haben die Meppener nun ab Montag neben dem Rathaus Gelegenheit. Dort wird sie unweit des KIM-Büros aufgestellt. Wie in New Orleans damals oder später unter anderem in Berlin, München und Paris soll es auch in Meppen eine Möglichkeit des Austausches geben. „Als Gespräch im Vorübergehen oder mit etwas Zeit“, wie Stephan Wendt und Sabine Kuper von KIM sagen.

Erinnerung an Cicely Saunders

Die Wand erinnert gleichzeitig an Cicely Saunders, Gründerin der Hospizarbeit. Sie würde in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern. Diesem Anlass war der diesjährige Welthospiztag gewidmet. „Wir widmen diesem Anlass auch diese Wand. Denn so wie Saunders es damals begründet hat, soll es bis heute möglich sein, diesem Thema des Abschieds, der Trauer, aber auch den neu entstehenden Hoffnungen die ganz eigene Handschrift zu geben“, betont Elisabeth Berling-Albert von der Hospiz-Hilfe Meppen.


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