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28.10.2018, 08:05 Uhr KOMMENTAR

Ausstellung „Before I die“: Dem anderen mehr Zeit schenken

Kommentar von Carola Alge

Diesen Satz prägte die Begründerin der modernen Hospizarbeit, die englische Palliativärztin Cicely Saunders. Foto: Conny RutschDiesen Satz prägte die Begründerin der modernen Hospizarbeit, die englische Palliativärztin Cicely Saunders. Foto: Conny Rutsch

Meppen. Mit dem Tod setzt man sich nur ungern auseinander, schiebt ihn allzu schnell weit von sich. Oft erst bei einem Trauerfall in der eigenen Familie oder im engen Freundeskreis kommen Gedanken daran auf. Über die eigene Endlichkeit nachzudenken fällt schwer. Die Ausstellung „Before I die (Bevor ich sterbe)“ von Hospizhilfe und Kirche in Meppen setzt genau hier an.Ein Kommentar.

Das von Candy Chang mit ihrer Kreidetafel an einem verlassenen Haus in New Orleans angestoßene Kunstprojekt will dazu animieren, über genau dieses Thema miteinander ins Gespräch zu kommen. Viele Menschen ergänzten damals, im Jahr 2011, den von ihr begonnenen Satz. Entstanden sind daraus mittlerweile mehr als 2000 solcher Wände in der ganzen Welt.

Das Motto des dazu kürzlich stattgefundenen Welthospiztages „Weil du wichtig bist!“ könnte nicht passender sein. Wichtig werden zahlreiche Menschen für ihr Umfeld leider oft erst, wenn ihr Ende naht. Ihre Existenz wird als selbstverständlich angesehen und zu wenig geschätzt.

„Before I die“ regt auch dazu an, trotz unseres immer hektischer werdenden Alltags ein bisschen mehr Empathie zu zeigen und sich Zeit für unser Umfeld zu nehmen, für den anderen da zu sein. Zeit, die die Ehrenamtlichen der Hospizhilfe investieren. Alle Sterbebegleiter versuchen, durch ihr Dasein, durch die Zeit, die sie geben, und durch ihr Zuhören nicht nur den Sterbenden zu begleiten, sondern ebenso Angehörige bei der Versorgung und Betreuung zu unterstützen.


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