Bücher für demente Menschen Fotos aus dem Emsland als Erinnerungsstütze

<em>Alle auf einen Blick:</em> die vier Buchbände der Reihe „Ja, so war das damals“.Alle auf einen Blick: die vier Buchbände der Reihe „Ja, so war das damals“.

Meppen. Menschen, die auf dem Feld arbeiten oder das Getreide ernten, alte Automodelle wie der VW Bulli und Familien bei Festen: All das zeigt die Buchreihe „Ja, so war das damals“, die demente Menschen emotional ansprechen soll. Das Projekt wird vom Demenz-Servicezentrum des Landkreises Emsland finanziert.

Das Ziel der Erinnerungsbücher ist es, bei Erkrankten positive Emotionen zu wecken und sie zur Kommunikation zu bewegen. Die Buchreihe umfasst vier thematisch unterschiedliche Bildbände: „Auf Feld und Hof“, „Bei uns zu Hause“, „Unterwegs in nah und fern“ und „Unsere Feste und Bräuche“. Jedes Buch besteht aus 15 Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen bekannte Situationen und Motive aus dem Alltag der 1930er bis 1960er Jahre abgebildet sind. Die Motive sind sehr unterschiedlich und zeigen vielfältige Lebensereignisse. Einige Fotos zeigen junge Paare bei ihrer Hochzeit. Auf anderen Bildern sind Familien abgebildet, die gemeinsam beim Weihnachtsfest Geschenke auspacken. Auch einige Fotos aus dem Urlaub oder vom ersten Schultag sind dabei.

Diese Ereignisse sollen stellvertretend für die verloren gegangene Erinnerung der Erkrankten stehen und sie bestenfalls beispielsweise an die eigene Hochzeit erinnern. Ein kurzer Text erklärt das jeweilige Foto. Die Bücher lassen sich auch in der Betreuung von dementen Menschen einsetzen.

„Die Bücher können dementen Menschen dabei helfen, sich zu erinnern und diese Erinnerungen auch mit anderen auszutauschen“, sagte Theo Mönch-Tegeder, Verlagsleiter von Dom Medien, der die Idee umgesetzt hat. Vor allem die Erlebnisse aus der Kindheit, Jugend und dem jungen Erwachsenenalter seien bei einigen Demenzkranken oft präsent. Die Fotos sollen an die Emotionen, die mit den Erlebnissen verbunden sind, anknüpfen. Auf diese Weise könne die Isolation der Betroffenen zumindest punktuell durchbrochen werden.

Die Idee zu den Erinnerungsbüchern hatte der ehemalige Schulleiter Bernd Robben, der sich mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt hat. Das Demenz-Servicezentrum des Landkreises Emsland stellt die Bücher 45 Pflegeheimen und 53 Pflegediensten zur Verfügung.


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