Werbung für alte Obstsorten Viele Besucher beim Apfeltag am Heimathaus Versen

Von Heinrich Schepers

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Meppen. Einen Tag mit Informationen rund um das Thema Apfel hat der Naturschutzbund (Nabu) Emsland gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) sowie dem Heimatverein am Heimathaus in Versen angeboten.

Ein Glas mit frisch gepresstem Apfelsaft bekamen die Besucher am Eingang des Heimathauses. Hier gossen Hannelore Martens und Christine Weber-Dirksen vom Bund mit großen Kannen den süß duftenden Saft in die Gläser. Das Getränk wurde hier mit einer Presse hergestellt. Die Besucher nutzten das Angebot gerne und informierten sich im Anschluss über Apfel- und zu Naturschutzthemen, die Nabu und Bund zusammengestellt hatten. „Wir möchten mit diesem Tag Werbung machen für die alten Apfelsorten, die für uns von großer Bedeutung sind“, erklärte Thomas Fuchs, Vorsitzender des Nabu Emsland Mitte. Schließlich seien alte Sorten viel schmackhafter als die herkömmlichen Äpfel aus dem Supermarkt. „Das möchten wir mehr ins Bewusstsein rücken“, sagt Fuchs.

Nebenan gab es Tipps zum Obstanbau von der Baumschule Germer. Michael Thien stellte Bienenbäume aus. Ein Stand des Bienenzentrums Imme Bourtanger Moor e. V. informierte zu den Themen Bienen und Honig und der Fehnland Ziegenhof Hebelermeer stellte seine Produkte vor. Zudem hatte der Nabu Apfelsorten ausgestellt. Als Rahmenprogramm bot der Versener Heimatverein Kaffee und Kuchen im Heimathaus an. Kinder durften in der Werkstatt auf dem Gelände unter Anleitung von Josef Lammers und Franz Schröer Flöten und Kreisel basteln sowie Eulen gestalten.

Viele Besucher ließen Apfelsorten aus ihren Gärten von den Apfel-Experten (Pomologen) Gerhard Over, Angelika Laumann und Jens Pallas bestimmen. Die vom Nabu organisierte Apfelbestimmung war als Service gedacht. „Wir wollen aber auch schauen, ob hier in der Umgebung alte Apfelsorten vorhanden sind“ so Nabu-Vorsitzender Fuchs. Mit fachkundigem Blick konnten die Apfelkundler über 100 verschiedene Sorten identifizieren. Am häufigsten waren die älteren Sorten Grahams Jubiläumsapfel und Westfälischer Gülderling. Aber auch modernere Züchtungen wie Elstar und Gloster kamen vor.

Dass die Bestimmung einer Sorte mitunter eine komplexe Sache ist, verriet Gärtnerin Angelika Laumann. „20.000 Apfelsorten gibt es auf der Welt, davon in Deutschland 2000. Jedes Jahr kommen neue hinzu. Das macht die Sache manchmal etwas schwierig“, so Laumann und erklärte die Vorgehensweise bei der Bestimmung. „Wir schauen uns den Apfel an und suchen nach den gemeinsamen Merkmalen“, erklärt die Pomologin. Die Dicke des Stiels, die Farbe und Form der Frucht, die Blüte sowie das Kerngehäuse seien genau zu betrachten. „Bei jedem Kerngehäuse gibt es beispielsweise sortentypische Unterschiede“, sagte die Expertin. Das gelte auch für die Kerne. „Wenn alle Merkmale zu einer Sorte passen, können wir den Apfel gut zuordnen. Wenn aber ein Merkmal nicht übereinstimmt, dann muss weitergesucht werde“, berichtete Laumann. Die typischen Sorten könne sie auf den ersten Blick erkennen. Andere seien schwieriger. „Es gibt viele Überschneidungen bei den Merkmalen. Dann wird auch mal eine Geschmacksprobe gemacht“, so Laumann.


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