Haus der Vereine wird saniert Bundeswehr begleicht nach Moorbrand Schäden in Stavern

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Das Haus der Vereine war gerade fertiggestellt, als Feuerwehr und Bundeswehr hier ihr Großquartier aufschlugen. Für die Schäden auch am Fußboden kommt die Bundeswehr in vollem Umfang auf. Darauf einigten sich Malermeisters Wolfgang Wehlage, Theo Alfers,  Klaus Steinl, Helmut Rawe und Jochen Brunen. Foto: Hermann-Josef MammesDas Haus der Vereine war gerade fertiggestellt, als Feuerwehr und Bundeswehr hier ihr Großquartier aufschlugen. Für die Schäden auch am Fußboden kommt die Bundeswehr in vollem Umfang auf. Darauf einigten sich Malermeisters Wolfgang Wehlage, Theo Alfers, Klaus Steinl, Helmut Rawe und Jochen Brunen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Stavern. Am Samstag (13. Oktober 2018) feiert Stavern sein großes Oktoberfest mit mindestens 800 Gästen. Dabei kann Bürgermeister Helmut Rawe ihnen verkünden, dass die Bundeswehr die durch den Großbrand entstandenen Schäden im Dorf großzügig begleichen will.

Klaus Steinl, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Leer, traf sich am Donnerstag mit Bürgermeister Rawe sowie weiteren Bürgern, um sich persönlich ein  Bild von den Schäden zu machen. Im Rahmen der Moorbrandbekämfung auf der WTD hausten in Spitzenzeiten bis zu 700 THW- und Feuerwehr-Kräfte im 1000. Einwohner-Dorf. 

Diverse Straßen in Stavern wurden beschädigt.

Dabei nahmen sie auch das gerade erst fertiggestellte "Haus der Vereine" in Beschlag. In diesem Jahr hatten die Staverner das neue Gebäude mit sanitären Anlagen, Clubraum und Schießstand weitgehend in Eigenleistung errichtet. Bis zu 40 Kräfte gleichzeitig waren hier ehrenamtlich an den Wochenenden vor dem Brand im Einsatz. Jochen Brunen vom Schützenvereins Stavern riet den vielen Feuerwehrkräften sogar, dort Quartier zu beziehen. Sie hätten einfach nicht gewusst, wo sie hinsollten. Dabei hätte sich der Areal mit Vorplatz,  Schlaf- und Waschmöglichkeiten geradezu angeboten.

Die Vorbereitungen für das Oktoberfest in Stavern mit mindestens 800 Gästen laufen.

 "Wir wollten unserer neues Gebäude den Einwohnern am Samstag beim großen Oktoberfest erstmals präsentieren", sagt der Bürgermeister. Während das große Festzelt gerade aufgebaut wird, weist das neue Gebäude diverse Schönheitsfehler auf. Malermeister Wolfgang Wehlage aus Lengerich nahm mit den Verantwortlichen  den neuen Venylbelag in Augenschein. Tatsächlich waren die Spuren der Einsatzkräfte im Bodenbelag gut sichtbar. Nach kurzer Beratung sagte Klaus Steinl den Stavernern zu, dass die Räume einen neuen Venylbelag erhalten. Dieser soll zusätzlich versiegelt werden. Auch der Wandnstrich wird erneuert. Die Sanierungsarbeiten starten in einer Woche. 

Der Leiter  des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums wörtlich: "Wir als Bundeswehr sind den Stavernern sehr dankbar, dass sie uns im Katastrophenfall geholfen haben." Jetzt sei die Bundeswehr an der Reihe, den Stavernern zu helfen. Tatsächlich ist auch der  Bürgermeister stolz auf seine Staverner, von denen etliche auf der WTD 91 arbeiteten. "Eine Frau hatte gleich drei Kuchen für die Hilfskräfte gebacken." 

Die Einsatzkräfte waren den Menschen im Dorf sehr dankbar.

Noch immer finden sich im Dorf Spuren der Dankbarkeit der Hilfskräfte.  "Vielen Dank für die netten Spenden und  die tolle Verpflegung", heißt es auf einem Zettel der Feuerwehren aus dem Landkreis Stade. Schützenvorstand Brunen berichtete, dass Einsatzkräfte des THW aus Essen sogar zum Oktoberfest am Samstag nach Stavern zurückkommen wollen.

Der Rasen des Bolzplatzes in Klein Stavern wurde von den Bewohnern selbst bereits provisorisch wieder hergerichtet.

Das THW selbst baute ein großes Lager auf dem Sportplatz in Klein Stavern auf. Auch dieser wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Steinl versprach schnelle Abhilfe. Garten- und Landschaftsbau Lüske aus Haselünne sei bereits beauftragt worden.  Da durch die schweren Fahrzeuge der Boden "verhärtet" wurde, soll der Platz komplett gefräst werden. Danach werde neuer Boden aufgeschüttet und der Rasen eingesät. Zudem gibt es zwei Trainingsbänke. Auch an dieser Stelle dankte Steinl den Dorfbewohnern für ihre Gastfreundschaft. 

Das schwere Gerät hat tiefe Spurrillen auf den Feldwegen hinterlassen.

Im Rahmen der Ortsbegehung wurden mehrere Wege, u.a. die Zufahrten zur Radde begutachtet. Von dort wurde Löschwasser zur WTD gepumpt. Das schwere Gerät hatte vielerorts tiefe Rillen hinterlassen. Auch hier will die Bundeswehr den Schaden schnell und unbürokratisch begleichen. 

Gerade im Ortskern standen viele Einsatzfahrzeuge. "Die Schulstraße wurde total kaputt gefahren", so der Bürgermeister. Dabei sei dieser eine wichtige Zuwegung für Kindertagesstätte, Kirche und Friedhof. Stolz ist er, dass dank der guten Geburtenzahlen die Kita mit 65 Mädchen und Jungen in den kommenden Monaten einen zusätzlichen Krippenraum für die kleinsten erhält. Stavern sei mit seinem günstigen Bauland von rund 25 Euro pro Quadratmeter gerade für Familien attraktiv. Der Bundeswehr-Sprecher sagte dem Dorf die komplette Erneuerung der kleinen Schulstraße zu.

70 Schäden gemeldet

Unterdessen gingen im Schadensbüro für den Moorbrand der Bundeswehr bislang 70 Meldungen ein. "Die meisten befassen sich mit verdreckten Fotovoltaikanlagen", sagt Steinl. Seine Mitarbeiter würden diese Schäden allesamt per Foto dokumentieren. Die Bundeswehr komme für die Reinigung sowie den möglichen Energieausfall auf. Weitere Meldungen reichen von Ausfällen bei der Ernte über verrauchte und verdreckte Gartenmöbel bis hin zu Verdienstausfällen eines Reiterhofes. "Am Montag werden wir damit beginnen, die ersten Ausgleichszahlungen zu überweisen", so Steinl.

Das Schadensbüro ist weiter unter der Telefonnummer 05931/431777 montags bis donnerstags zwischen 8 und 17 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 13 Uhr erreichbar sein. Außerdem per Email unter BwDLZLeerSchadenannahme@bundeswehr.org. 


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