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Noch 160 Einsatzkräfte vor Ort Moorbrand auf Militärgelände bei Meppen laut Bundeswehr gelöscht

Von dpa und Manfred Fickers

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Drohnenaufnahmen des Moorbrands auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen vom 14. September. Foto: WTD 91Drohnenaufnahmen des Moorbrands auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen vom 14. September. Foto: WTD 91

Meppen. Der Moorbrand auf einem Militärgelände bei Meppen ist nach Angaben der Bundeswehr gelöscht. Bilder eines Aufklärungsfluges hätten keine Brandnester mehr gezeigt, teilte die Bundeswehr am Mittwoch mit.

"Der Brand ist aus", sagte der Leiter des Zentrums Brandbekämpfung der Bundeswehr, Andreas Sagurna bei der Pressekonferenz am Mittwoch bei der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 91) in Meppen. Dennoch bleibt es bei der Überwachung des Geländes durch Brandwachen und mit Drohnen, denn wegen des warmen und trockenen Wetters will man kein Risiko eingehen. Er dankte allen Helfern und sprach seinen Respekt für die gezeigte Leistung aus.

Zentrales Thema waren die Folgen des Flächenbrands. Barbara Schmidt, Leitende Regierungsdirektorin im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) sagte, dass bei der Bewertung der Messungen in der Rauchfahne des Brandes die Leitwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO für Innenräume zugrunde gelegt wurden, darüber hinaus die Technischen Regeln für Gefahrstoffe, die an Arbeitsplätzen gelten und die Störfallbeurteilungswerte des Umweltbundesamtes, obwohl die WTD vom Gesetz nicht als "Störfallanlage" eingestuft ist. "Nach unseren Erkenntnissen blieben alle Richtwerte unterschritten oder waren nicht nachweisbar, ebenso andere Werte." Sie nannte als Beispiele die Untersuchungen auf Blei, Chrom und Cadmium.

Eine Untersuchung der vom Band betroffenen Moorfläche durch Fachleute habe ergeben, dass sich der Brand nur bis zu 40 Zentimeter in die Tiefe gefressen hat, sagte Schmidt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass der Wasserstand im Moor seit 2010 hoch gehalten wurde, somit nur die obere Schicht vom Feuer erfasst werden konnte, die im Sommer ausgetrocknet war. Der Wasserstand soll jetzt weiter erhöht werden und ein Monitoring durch Fachleute zum Lebensraum und zum Artenschutz vorgenommen werden. Die vorhandenen Entwicklungspläne für das Naturschutzgebiet würden daran angepasst.

Stephan Schuster-Oppenheim, Leitender Regierungsdirektor (BAIUDBw), stelte die Arbeit der Schadensannahmestelle vor. Es seien 60 Anträge von privater Seite gestellt worden. Als Beispiele nannte er Verschmutzungen an Gebäuden und Fotovoltaikanlagen, außerdem den Mietausfall einer Ferienwohnung, weil die Gäste wegen des Brandes ihre Reise absagten. Bei der Abwicklung von Schäden, die aus der Landwirtschaft gemeldet werden, arbeitet die Bundeswehr mit dem Emsländischen Landvolk zusammen.

Für  Einsatzleiter Oberst Thomas Groeters und seine Soldaten beginnt jetzt die letzte Phase ihrer Tätigkeit. Zu Beginn hatte der Schutz der Bevölkerung Vorrang, danach die Ablösung der ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehren und des THW, dann die Löscharbeiten und jetzt die Brandwache, sagte Groeters. Noch 160 Einsatzkräfte seien derzeit vor Ort. (Weiterlesen: Moorbrand: Eine Reihe von Fehlern und eine Frage)

Keine Antwort gab es auf die Frage, warum vor dem Abend des 18. Septembers keine Messungen vorgenommen wurden. Sagurna wies auf die Stellungnahme von Ministerin Ursula von der Leyen am 22. September in Meppen hin. Am Anfang sei unglücklich agiert worden. Die ersten Messungen wurden sofort nach Übernahme der Brandbekämpfung durch Kräfte von außerhalb der WTD zum Schutz der Einsatzkräfte und der Bevölkerung angeordnet.

Das Feuer war am 3. September nach einem Waffentest ausgebrochen. Erst nachdem die Bundeswehr auch zivile Feuerwehren und das Technische Hilfswerk zur Hilfe rief, gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Vorübergehend war der Katastrophenfall ausgerufen worden, weil durch Wind und Funkenflug befürchtet worden war, dass die Flammen angrenzende Wälder und Siedlungen in Gefahr bringen könnten. Rund 1600 Einsatzkräfte waren zum Bekämpfen des Brandes zusammengezogen worden. (Weiterlesen: Moorbrand-Messungen: Grenzwerte wurden überschritten)


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