Rauch vom Moorbrand geprüft Bundeswehr veröffentlicht Messergebnisse aus Stavern

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Rauchwolken steigen beim Moorbrand am 18. September auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf. Foto: Lars Schröer/dpaRauchwolken steigen beim Moorbrand am 18. September auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen auf. Foto: Lars Schröer/dpa

Meppen. Die Bundeswehr hat die Messeregebnisse aus dem Brandrauch vom Moorbrand bei Stavern veröffentlicht.

Wie angekündigt sind jetzt von der Bundeswehr Daten von Messungen ziviler und militärischer Stellen zusammen mit Laborergebnissen von Luft-, Staub- und Wasserproben vom Moorbrand in der Tinner und Staverner Dose auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 91) Meppen online gestellt worden. Es handelt sich um neun Dokumente, die Messungen rund um das WTD-Gelände und nahe am Brandort und deren Auswertung belegen. In einer Pressemitteilung dazu schließt sich die Bundeswehr der Einschätzung des Landkreises Emsland an, "dass eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht gegeben war." 

Zu spät gemessen

Das älteste Messprotokoll stammt vom ABC-Gefahrgutzug der Feuerwehr Leer, der am 18. September um 19.50 Uhr vom Landkreis Emsland angefordert wurde. 21.35 Uhr startete eine Messreihe in Groß Stavern, Klein Stavern, Apeldorn, Klein Berßen und auf der Panzerstraße auf dem Schießplatzgelände. Weitere Messungen wurden in Sprakel (Samtgemeinde Sögel) und Meppen bis in die frühen Morgenstunden vorgenommen. Neben den Feuerwehrleuten aus Leer war der mobile Gasmesswagen der WTD im Einsatz, der am 20. September Proben zwischen Sprakel und Sögel nahm. Darüber hinaus nahm die Gefahrstoffmessstelle Nord der Bundeswehr Untersuchungen der Luft und der aus der Rauchwolke niedergehenden Stäube vor.

Unterhalb der Nachweisgrenze

Aus den Auswertungsberichten des des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAUIDBw) von zwei Messpunkten auf dem WTD Gelände nahe der Brandstelle und in Groß Stavern geht hervor, dass der Anteil des giftigen Gases Kohlenstoffmonoxid (CO) zum größten Teil unterhalb der Nachweisgrenze lag und somit unter dem vom Umweltbundesamt festgelegten Wert für eine Gesundheitsgefahr. Dieser ist auf durchschnittlich sechs ppm in einem Zeitraum von 24 Stunden festgelegt. Das Kürzel ppm steht hier für Parts per Million, also Anteile pro Million Luftmoleküle. In unbewohntem Gebiet in der Rauchfahne nahe der Brandstelle ist von den Leeranern am 18. September zeitweise mehr als 20 ppm CO gemessen worden.

Bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie Pflanzen und Torf können sich krebserregende Substanzen (PAK) bilden. Daher wurde unter anderem der Anteil des Stoffs Naphtalin gemessen. Hier blieben die Werte laut BAUIDBw unter der Bestimmungsgrenze. Ebenso fiel die Auswertung der Untersuchungen auf Schwermetalle, sprengstofftypische Verbindungen und PAK in Stäuben aus. 

Wasserproben gezogen

In der letzten Septemberwoche wurde beim Wasserwerk der WTD Proben wegen möglicher Grundwasserbelastungen genommen und vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Aurich und dem zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Kiel untersucht. In den Wasserproben haben beide Institute keine Gesundheitsgefahren festgestellt. In Kiel wurde das Wasser auf Anteile von Uran beprobt, es wurden laut Bericht keine gefunden.


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