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Bundeswehr reduziert Kräfte weiter Bisher 40 Schadensmeldungen nach Moorbrand

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Meppen/Haren. Die Zahl der Einsatzkräfte bei der Bekämpfung des Moorbrandes in der Tinner Dose ist bis zum Mittwoch stark gesunken. 531 Menschen waren am Mittwoch noch damit beschäftigt, unterirdische Glutnester zu bekämpfen. Nur noch 54 ehrenamtliche Helfer waren vor Ort. Damit ist die Ablösung ziviler Kräfte im Wesentlichen abgeschlossen.

Am Dienstag hat die Bundeswehrpressestelle erste Fotos von Teilen der durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogenen Moorfläche veröffentlicht. Für Journalisten und die übrige Öffentlichkeit ist die Tinner Dose nach wie vor gesperrt, so dass nicht klar wird, in welchem Bereich die Fotos entstanden sind. Sie zeigen aber recht deutlich, dass große Flächen zumindest oberflächlich verbrannt sind und viele Bäume entweder umgestürzt sind oder zumindest stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach Angaben der Einsatzkräfte sind vermutlich die Wurzeln der umgestürzten Bäume, vor allem Kiefern, unter der Erde verbrannt und diese dann umgestürzt. Andere Bereiche wurden offenbar durch Fahrzeuge in eine unstrukturierte Schlammlandschaft verwandelt. Wie groß diese stark betroffenen Bereiche sind, lässt sich nicht ersehen.

Nur 54 Ehrenamtliche

Derweil sinkt die Zahl der Einsatzkräfte beständig – schon seit mehr als einer Woche wurden keine oberflächlichen Feuer mehr entdeckt und die Feuerwehr kümmert sich mit der Bundeswehr um die unterirdischen Glutnester. Am Dienstagabend etwa zwischen 18 und 19 Uhr flog zum wiederholten Male ein Tornado der Bundeswehr die Tinner Dose immer wieder an, um Radarbilder und Luftaufnahmen zu machen. Ihre Auswertung soll zeigen, ob und wo es derzeit noch in nach Angaben der Bundeswehr „maximal 40 Zentimeter Tiefe“ brennt. In den vergangenen Tagen hatte ein Löschhubschrauber dann gezielt die Glutnester einzeln abgelöscht.

Am Montag hatte die Zahl der Einsatzkräfte noch bei 930 gelegen, am Dienstag dann bei 760. Am Mittwoch waren einer Pressemitteilung zufolge nur noch 78 Bundeswehrfeuerwehrkräfte, 399 Soldaten und 54 ehrenamtliche Kräfte von THW und Freiwilligen Feuerwehren im und am Moor zwischen Haren-Tinnen, Stavern und Meppen im Einsatz. Die Lage sei dank des kühlen Wetters stabil.

Es stehen inzwischen 21 Tanklöschfahrzeuge der Bundeswehrfeuerwehr und der militärischen Brandschutzkräfte für die mobile Brandbekämpfung am Boden mit einer Löschkapazität von jeweils bis zu 4000 Liter zur Verfügung. Dadurch werde ein ausreichender Brandschutz auch nach Abzug der ehrenamtlichen Kräfte gewährleistet, heißt es.

Mulchrob im Einsatz

Wie Bundeswehr am Mittwoch bekannt gab, haben sich bei der „Schadenannahmestelle Moorbrand 2018 WTD 91“ in Meppen seit der Eröffnung am Montag inzwischen 40 Personen gemeldet.

Mit dem Mulchrob, einer für die WTD 91 von einem emsländischen Unternehmen eigens angefertigten Kettenfahrzeug, fräsen Mitarbeiter der WTD stellenweise die Oberfläche der Tinner Dose rund 30 Zentimeter ab. Der „MulchRob“ (Mulch-Roboter) ist eines der neuesten Geländebetreuungsfahrzeuge des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Leer und auf der WTD 91 in Meppen für das Mähen und Fräsen zuständig. Durch sein relativ geringes Gewicht und die durch Ketten verteilte Bodenlast, kann das 21 Tonnen-Fahrzeug weiche Böden befahren – und damit auch das sumpfige Moor. Der MulchRob wird dabei aus sicherer Entfernung ferngesteuert.

Die obere Bodenschicht wird nun im Zuge des Moorbrandes stellenweise entfernt, damit tiefer gelegene Glutnester besser vom Löschwasser erreicht werden können und sich nicht nur die bewachsene obere Bodenschicht vollsaugt. Dazu wird um die Glutnester herum die oberste Schicht ringförmig abgefräst, die entstehende Fläche geflutet und so eine natürliche Barriere gegen die Glut geschaffen.

Auch die Einsatzgeologen vom Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr aus Euskirchen sind weiter vor Ort und nehmen Tiefenbohrungen vor. Fanden die Geologen in den vergangenen Tagen extrem trockene Bodenschichten, vielleicht sogar noch bedeckt von brennbarem Moos, wurden nach ihren Angaben Sofortmaßnahmen zur Bewässerung des Waldes oder der Wiesen eingeleitet.

Gleichzeitig überwachen die Einsatzgeologen auch aus der Ferne die Wärmeentwicklung innerhalb tieferer Bodenschichten. Dazu bedienen sie sich tragbarer Temperaturmessstellen, die das THW entwickelt hat. Diese wurden an sensiblen Stellen des Geländes platziert.

Derweil hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela De Ridder über das Kabinetts- und Parlamentsreferat mehrere Fragen zum Moorbrand an das Bundesverteidigungsministerium gerichtet. Antworten dazu stehen noch aus. De Ridder möchte unter anderem wissen, „wie schnell und mit welchem Verfahren“ das Bundesverteidigungsministerium „auf die Anfragen auf Unterstützung der WTD 91 reagiert“ hat oder ob Munition und Restbestände in den vergangenen 140 Jahren kartografiert wurden.


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