Platt kommt im Herbst in Mode Emsländische Landschaft lädt zum niederdeutschen Festival ein

Von Heiner Harnack

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Hoffen beim Festival „Platt satt“ auf regen Zuspruch, um die plattdeutsche Sprache weiter zu fördern: (v. l.) Josef Grave, Linda Wilken und Hermann Bröring. Foto: Heiner HarnackHoffen beim Festival „Platt satt“ auf regen Zuspruch, um die plattdeutsche Sprache weiter zu fördern: (v. l.) Josef Grave, Linda Wilken und Hermann Bröring. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Mit einem niederdeutschen Festival krönt der Emsländische Heimatbund seine Arbeit in diesem Jahr. Zwischen Freitag, 26. Oktober, und Sonntag, 4. November, laufen zahlreiche Veranstaltungen in der Grafschaft Bentheim und im Landkreis Emsland unter dem Motto „Platt satt“.

In einem nett aufgemachten Heft grüßt der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring, passend auf Plattdeutsch und hofft, „dat de Sproake erhollen bliff.“ Man stelle fest, dass Plattdeutsch eher als minderwertig angesehen worden sei, meinte Bröring während eines Pressetermins. „Plattdeutsch ist etwas hoch Illustres und ein Kulturgut.“

Zudem spreche der, der des Plattdeutschen mächtig sei, eine Sprache mehr, so Bröring. Man wisse, dass Plattdeutsch als erste Gebrauchssprache wohl nicht wieder herzustellen sei, aber das Interesse an der Sprache werde immer größer. Deshalb trete man in einer konzertierten Aktion bei 17 Veranstaltungen im Rahmen des Festivals auf. „Da ist von Jung bis Alt für jeden etwas dabei.“

Neue Formate

Bröring freute sich sehr, dass NDR-Redakteurin Ilka Brüggemann am Freitag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr bei der Auftaktveranstaltung im Heimathaus Twist den Startschuss geben werde. Brüggemann ist dafür bekannt, dass sie scharfzüngig, aber mit viel Herz und Humor ihre Mitmenschen auf Platt auf die Schippe nimmt.

Die Leiterin der plattdeutschen Fachstelle, Linda Wilken, stellte ein Programm vor, das in diesem Herbst seinesgleichen suchen dürfte. „Es war wichtig, dass regionale Vereine mit eingebunden werden“, meinte sie. Genauso wichtig sei es gewesen, dass das gesamte Festival für Formate stehe, die nicht unbedingt mit Plattdeutsch in Verbindung gebracht würden. Hier hat man laut Wilken einen großen Bogen geschlagen, der das Plattdeutsche sehr attraktiv erscheinen lasse. „Dazu gehören ein Poetry Slam oder auch moderne Konzerte, die in die plattdeutsche Sprache verpackt werden.“ Damit spreche man auch Menschen an, die den traditionellen Veranstaltungen bisher fern geblieben seien. So starte ebenfalls am 26. Oktober um 20 Uhr im Heimathaus Börger eine tolle Lesung mit Hermann May, der ursprünglich aus Werlte komme.

„Platten Quiz“

In der Clemensschule in Haren-Wesuwe kommt am Freitag, 2. November, um 10 Uhr das zweisprachige Kinderstück „An der Arche um Acht“ zur Aufführung. „Hiermit wollen wir zeigen, dass auch die Kleinen nicht vergessen wurden und so wieder mehr mit dem Plattdeutschen in Kontakt kommen“, hofft Wilken auch hier auf regen Zuspruch. Spannend werden dürfte es am Freitag, 2. November, im Heimathaus Vrees, wo das „Platten Quiz“ ab 19.30 Uhr stattfinden wird. Alle Ratefüchse sind aufgefordert, ihr Wissen über die Region und plattdeutsche Begriffe mitzubringen.

Am letzten Tag des Festivals wird Werner Momsen, bekannte Kultpuppe des NDR-Fernsehens, seine ultimative Show ab 11 Uhr in der Gaststätte Moormann in Herzlake abliefern. Momsen sagt über sich selbst: „Ich kann Dinge tun und sagen, die nur ich so sagen darf.“ Lacher dürften programmiert sein. Der Prospekt zum Festival kann in der Bibliothek des Emsländischen Heimatbunds, Am Neuen Markt in Meppen, abgeholt werden.


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