Montag Ablösung des THW Moorbrand bei Meppen: Zahl der Einsatzkräfte reduziert

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Wie tief brennt es? Geologen des Zentrum für Informationswesen führen Probebohrungen auf dem Übungsgelände der WTD91 in Meppen durch. Foto: Bundeswehr/AlpersWie tief brennt es? Geologen des Zentrum für Informationswesen führen Probebohrungen auf dem Übungsgelände der WTD91 in Meppen durch. Foto: Bundeswehr/Alpers

Meppen. Die Zahl der Einsatzkräfte auf dem Gelände der WTD 91 ist am Freitag deutlich reduziert worden. Am Mittag waren noch 1080 Personen bei der Brandbekämpfung in der Tinner Dose im Einsatz.

Am Donnerstag hatte die Zahl der eingesetzten Kräfte noch bei etwa 1440 gelegen. Wie die Bundeswehr in ihrem täglichen Infoflyer im Internet mitteilte, ist die Lage weiterhin stabil. Am Montag, dem 1. Oktober, also in drei Tagen, wird die Bundeswehr die Helfer der zivilen Rettungsdienste und des THW vollständig durch eigene Soldaten ablösen.

Am Freitag waren 100 Bundeswehrfeuerwehrkräfte, 330 Soldaten und 650 ehrenamtliche Kräfte von Technischem Hilfswerk und Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Weitere Tornado Aufklärungsflüge sind für Dienstag, 2. Oktober 2018 geplant.

Nachdem die Oberflächenbrände auf dem Testgelände in Meppen erfolgreich unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden konnten, konzentrieren sich die Einsatzkräfte von Bundeswehr, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk weiter auf die unsichtbaren Torfbrände. Diese können sich unter der Erdoberfläche ausbreiten. Um gefährdete Gebiete schützen zu können werden derzeit Bodenproben entnommen und ausgewertet. Anhand der bis zu zehn Meter tiefen Erdausschnitte können die Geologen des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr aus Euskirchen erkennen, entlang welcher Kanäle sich der Torf unter der Oberfläche verbreite und damit auch wo es brennen könne.

Derweil kritisiert der Lingener FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Dass die Bundeswehr Erfolge bei der Brandbekämpfung erziele, sei lobenswert. Weshalb die Bundeswehr aber „bis heute und auch bei der Information des Parlaments irreführend antwortet, ist unverständlich und nicht akzeptabel“, sagte Beeck am Freitag.

Um die Aufklärung voranzutreiben, habe er im Rahmen der Befragung der Bundesregierung Fragen an diese gerichtet. Die Antworten hierauf seien mehr als unbefriedigend. Insbesondere die Auskunft, dass die notwendige Löschraupe erst am 4. September, also einen Tag nach Beginn des Brandes, ausgefallen sei, erstaune ihn sehr. Sie widerspreche den Auskünften, die ihm vor Ort vom Krisenstab gegeben wurden, wonach beide Löschraupen bereits am 3. September, dem ersten Tag des Brandes, einsatzunfähig waren. „Eine befand sich nach meinen bisherigen Informationen in planmäßiger Wartung und die andere fiel beim Versuch, die Brandbekämpfung nach dem Beschuss mit Brandentstehung überhaupt aufzunehmen, aus.“

Gerade vor diesem Hintergrund sei umso unverständlicher, weshalb die örtliche Leitstelle der Feuerwehr in Meppen erst später über den Brand in Kenntnis gesetzt worden sei.

Widersprüchlich erscheint auch die Aussage auf die Frage nach angeforderter Unterstützung. Bereits am 4. September seien Leitstelle Ems-Vechte und der Stadtbrandmeister der Feuerwehr Meppen über den Brand informiert worden. „Was immer Gegenstand der Information gewesen sein mag, eine dem Brandereignis angemessene Unterstützungsbitte hat es nach meinem bisherigen Kenntnisstand erst etwa zehn Tage später, um den 14. September, gegeben“, sagte Beeck.


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