Gelee aus den Trauben Weinlese in Meppen wie in großen Anbaugebieten

Von Heiner Harnack

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Meppen. Derzeit werden in den bekannten Weinanbaugebieten am Rhein, an der Mosel und der Nahe die Trauben gelesen. Aufgrund des Jahrhundertsommers dürfte es vor allen Dingen hervorragende Rotweine geben. Auch an Meppens einzigem Weinberg „Forster Eichberg“ machten sich fleißige Helfer an die Arbeit.

Der kleine Weinberg, direkt am Weinhaus Hülsmann gelegen, hat ebenso eine Rekordernte zu bieten, wie dieses in den großen Anbaugebieten der Fall sein dürfte. Andreas Ober vom Weinhaus meinte, dass man in diesem Jahr wohl das Fünffache der sonst üblichen Menge abgeerntet hätte.

Es handelte sich dabei aber um etwa eine halbe, alte Waschwanne, wie diese früher zum Einsatz kam. Man sei mit dem Weinberg, der nicht wirklich an einen Berg, sondern an einen kleinen Hügel erinnert, bereits im zehnten Jahr angekommen, erzählte Martin Hülsmann. „Wir mussten zwischendurch die 50 Stöcke auch einmal austauschen“, fügte er an, dass es nicht ganz so einfach sei, einen, wenn auch noch so kleinen, Weinberg zu hegen und zu pflegen.

Stolz zeigte sich der Kaufmann, dass man in den zehn Jahren bereits über 60000 Euro an Spenden für wohltätige Zwecke hereingeholt habe. „Wir produzieren aus unseren Trauben später keinen Wein“, meinte er, da man nicht die technischen Möglichkeiten habe. Man werde Traubengelee aus der Rekordernte herstellen. „Jeder, der eine Weinrebe ersteigert hatte, bekommt als kleines Dankeschön später noch einmal etwas Gelee.“ Hülsmann erklärte, dass das Unkraut, das unter den Reben sprießt, einfach nur kurz gehalten würde. „Das bleibt so naturnah wie möglich, und es kommen definitiv keine Giftspritze und kein Dünger zum Einsatz.“ Im zurückliegenden heißen Sommer hätten die Blätter der Stöcke dafür gesorgt, dass die Trauben überhaupt überlebt hätten, erzählte der Weinfachmann .

Weinkönigin

Maria Köhler hatte es völlig unbeabsichtigt geschafft, Meppener Weinkönigin zu werden. Sie hatte Rebe Nummer 18 bei der letzten Wohltätigkeitsveranstaltung erstanden, und somit fiel der Titel automatisch an sie.

Mit dem Stampfen wolle man erreichen, dass möglichst wenige Bitter- und Gerbstoffe übrig blieben, erklärte Hülsmann. Ein guter Wein bedeute viel Hand- und Fußarbeit. Nachdem Maria Köhler relativ schnell mit Andreas Ober die Trauben abgeschnitten hatte, kam der besonderer Moment. Sie entledigte sich ihres Schuhwerks und zermatschte mit ihren nackten Füßen die Trauben, bis ein roter Saft übrig geblieben war. „Ich habe mich dann pflichtbewusst hierher begeben, um zu zeigen, dass auch eine Meppener Weinkönigin ihr Fach beherrscht“, meinte sie zum Abschluss der Weinlese.


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