Moorbrand auf der WTD 91 Welche Schadstoffe setzt der Moorbrand bei Meppen frei?

Von dpa

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Ein Luftbild aus einem Tornado der Bundeswehr zeigt die östliche Moorkante aus Blickrichtung West/Ost. Auf einer Wiese stehen Fahrzeuge der Feuerwehr, über dem Wald hängen Wolken. Foto: Luftwaffe/Bundeswehr/dpaEin Luftbild aus einem Tornado der Bundeswehr zeigt die östliche Moorkante aus Blickrichtung West/Ost. Auf einer Wiese stehen Fahrzeuge der Feuerwehr, über dem Wald hängen Wolken. Foto: Luftwaffe/Bundeswehr/dpa

Meppen . Seit Wochen sind die Menschen in Meppen und im Emsland beißendem Qualm ausgesetzt. Selbst aus dem Weltraum war die Rauchfahne des Moorbrands zu sehen. Sie brachte Stickoxide, CO2 und Feinstaub in die Wohn- und Schlafzimmer der Menschen.

Wie schädlich das qualmende Moor für die Anwohner war, ist laut den Behörden noch nicht abzuschätzen. Um welche Schadstoffe geht es? (Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen hier im Liveblog)

STICKOXIDE (NOx) sind gefährlich, besonders Stickstoffdioxid. In Städten sind Diesel-Fahrzeuge eine Hauptquelle von NO2. In der Natur entsteht das Abgas, wenn zum Beispiel Holz brennt. Stickoxide reizen Atemwege und Augen. Laut einer Studie des Umweltministeriums von 2014 begünstigt NO2 neben Lungenkrankheiten auch Diabetes, Bluthochdruck und Schlaganfälle. Insbesondere für Asthmatiker ist Stickstoffdioxid ein Problem, weil es zu einer Verengung der Bronchien beiträgt.

KOHLENSTOFFDIOXID (CO2) entsteht bei Verbrennungen aller Art. Weil Moore zu den effektivsten CO2-Speichern in der Natur gehören, wird bei einem Brand ungleich mehr Gas freigesetzt, wie Felix Grützmacher vom Naturschutzbund (Nabu) erklärte. Brennt ein Moor, wird demnach nicht nur die "normale" Menge CO2 freigesetzt, sondern auch all das gespeicherte Gas. Der Nabu schätzt, dass der Moorbrand mindestens 500 000 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt hat. Das ist ungefähr so viel CO2 wie ein Braunkohlekraftwerk mit voller Leistung in zwei Wochen ausstößt. 

PAK entstehen, wenn organische Stoffe wie Holz, Kohle oder Öl unvollständig verbrennen - wie beim Grillen. Ausgeschrieben heißen sie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe. "Je niedriger die Temperatur des Feuers und je weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, desto unvollständiger verbrennen die Materialien und desto mehr PAK entstehen", erklärt das Umweltbundesamt. Die Kohlenwasserstoffe sind laut Umweltministerium gefährlich, weil sie Krebs auslösen, das Erbgut verändern und die Fruchtbarkeit verringern können.

FEINSTAUB ist menschengemacht - ob durch Industrieabgase, Motoren oder intensive Landwirtschaft. Die Staubteile sind so klein, dass sie ungehindert in Lungenbläschen und Blutkreislauf wandern. Dort können sie Entzündungen, Wucherungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen. In bestimmten Konzentrationen können die Staubpartikel einen Herzinfarkt auslösen. Im Jahr 2015 sind 41.500 Deutsche an Krankheiten gestorben, die auf die Feinstaub-Belastung der Luft zurückgeführt werden können.


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