Haus, Auto, Garten Wer kommt für Schäden durch den Moorbrand im Emsland auf?

Von Carola Alge und Harry de Winter

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Die Bundeswehr hat angekündigt, für alle Schäden aufzukommen. Jeder Fall werde aber einzeln geprüft. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpaDie Bundeswehr hat angekündigt, für alle Schäden aufzukommen. Jeder Fall werde aber einzeln geprüft. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa 

Meppen/Stavern. Verrauchte Wohnungseinrichtung, verdreckte Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Hauses, in Mitleidenschaft gezogene Fahrzeuge – vor allem die Anwohner im Bereich Stavern und Sögel mussten durch den Moorbrand auf dem Testgelände der WTD bei Meppen erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Wer aber kommt für die Schäden auf?

Mittlerweile haben die Einsatzkräfte den Moorbrand unter Kontrolle gebracht. Durch den Qualm und den Rauch sind besonders in Stavern und Sögel bei den Anwohnern Schäden an Haus, Autos und im Garten entstanden. Jetzt stellt sich bei vielen die Frage nach der Schadensregulierung. 

Verursacherprinzip

Grundsätzlich gilt nach Auskunft des Bundes der Versicherten, dass derjenige für den Schaden haften müsse, der ihn verursacht hat. In diesem Fall also die Bundeswehr. „Sie hat für den Brand gesorgt, der wiederum Haus, Hof und Autos bedroht hat. Hierfür wird dann wohl der Bund aufkommen müssen“, sagte Bianca Boss aus der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.  

(Weiterlesen: Was kostet der Moorbrand bei Meppen?)

Unterschiede bei Versicherungen

Das Problem bei Haftpflichtversicherungen sei jedoch, dass sie immer nur den Zeitwert einer zerstörten oder beschädigten Sache erstatten. „Es könnte damit eine finanzielle Lücke zum Neuanschaffungspreis entstehen. Diese Lücke lässt sich schließen, wenn Hausbesitzer eine Wohngebäudeversicherung haben, die auch bei Brandschäden zahlt oder Hausbesitzer eine Hausratversicherung haben.“ Diese Versicherung zahlt die Differenz zum Neuwert der zerstörten Dinge. Autobesitzer müssten zumindest eine Teilkaskoversicherung haben. 

Schäden umgehend melden

Betroffene sollten sich deshalb, rät der Bund der Versicherten, unverzüglich an ihre Versicherungen wenden. Diese würden bei größeren Schäden sicherlich einen Sachverständigen schicken, der den Schaden aufnimmt. Zusätzlich sei es sinnvoll, Fotos zu machen, um den Schaden nachzuweisen. Geschädigte müssten außerdem immer belegen können, „dass sie die zerstörten oder abhanden gekommenen Gegenstände auch tatsächlich besessen haben“. Der Versicherer würde zudem eine Liste der beschädigten Gegenständen fordern.

Fühle man sich als Betroffener von der Versicherung benachteiligt oder habe Probleme mit der Schadensabwicklung, sollte man sich unabhängig beraten lassen. Dies sei bei den Verbraucherzentralen oder als Mitglied beim Bund der Versicherten möglich.

Bundeswehr prüft jeden Schadensfall

Auf Nachfrage bei der Bundeswehr und der WTD in Meppen teilen beide übereinstimmend mit, dass man grundsätzlich für alle Schäden aufkomme, die durch den Moorbrand entstanden seien. Dies müsse aber nachweisbar sein, erklärt eine Sprecherin der Bundeswehr in Meppen. Deshalb würde jeder Fall einzeln geprüft. Betroffene sollten sich hierzu beim Bürgertelefon unter Tel. 030/182 424 242 melden. 

 (Weiterlesen: Häufig Feuer nach Tests auf dem WTD-Gelände bei Meppen)



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