Landkreis reduziert weiße Flecken 7391 Emsländer wollen ein schnelles Internet

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Der Breitbandausbau im Emsland schreitet weiter voran. Vielerorts wie hier in Apeldorn bei Meppen laufen die Erdarbeiten an. Foto: Hermann-Josef MammesDer Breitbandausbau im Emsland schreitet weiter voran. Vielerorts wie hier in Apeldorn bei Meppen laufen die Erdarbeiten an. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Trotz der enormen Investitionen von rund 60 Millionen Euro in den Breitbandausbau bestehen im Emsland noch 1344 weiße Flecken. Diese unter- oder unversorgten Haushalte sollen in möglichst großer Zahl noch ein schnelles Internet erhalten.

In der Sitzung des Kreisentwicklungsauschusses des Landkreises in Meppen gab Dezernent Michael Steffens einen Überblick. Tatsächlich will der Landkreis bis zum Herbst 2019 zusätzlich 3,57 Millionen Euro in die Hand nehmen, damit innogy TelNet 702 weitere Adressen im mittleren und 484 im südlichen Emsland anschließen kann. Hinzu kommen 19 Schulen. 

Tiefbau läuft an

Insgesamt soll innogy TelNet im südlichen und mittleren Kreisgebiet schon bislang 7842 Grundstücke anbinden. "Das Unternehmen hat aktuell 6508 Erklärungen von Grundstückseigentümern erhalten", sagte Steffens. das entspricht einer Quote von 82,98 Prozent. Die Tiefbauarbeiten liefen mit Hochdruck. 468 Häuser wurden bereits im mittleren und 246 im südlichen Emsland angeschlossen. 

99 Kabelverzweiger

Die Telekom Deutschland nimmt den Ausbau im nördlichen Emsland vor. "883 von den 2789 potenziellen  Kunden haben bislang geantwortet", sagte Steffen. Die Telekom startete die Bauarbeiten Ende August. Anders als die innogy TelNet setzt die Telekom jedoch auf einen  Mix. So erhalten einige Häuser einen Glasfaseranschluss, während anderorts das alte Kupferkabel mit der "Supervectoring-Technologie" an den Kabelverzweigern aufgerüstet werde. Diesere erhalten dann bis zu 250 Mbit/s. "Im Emsland wurden 99 Kabelverzweiger aufgerüstet". so Steffens.

Unterversorgtes Gewerbegebiet

Unterdessen führt der Landkreis eine Befragung unter den Breitbandversorgern vor, inwieweit sie in den nächsten drei Jahren leistungsfähige NGA-Netze planen. Zudem werden speziell Gewerbe- und Industriegebiete untersucht. Als Beispiel nannte Steffens ein unterversorgtes Gewerbegebiet in Baccum. 

Für die CDU-Kreistagsfraktion sagte Jonas Roosmann: "Wir wollen die letzten weißen Flecken im Emsland bekämpfen." Unterdessen bedauerte für die SPD Ulrich Ostermann, dass im nördlichen Emsland "die Hälfte nur mit Kupfer" angeschlossen wird. Der Grünen-Abgeordneten Birgit Kemmer "geht der Ausbau  nicht schnell genug".  

Gemeinsames Bürgerportal

Die Kreisverwaltung sowie die Verwaltungen der 19 Kommunen wollen  stärker auf die Digitalisierung setzen. "Wir wollen Prozesse verändern und verschlanken", sagte Steffens. Davon werde der Bürger profitieren. Geplant ist eine einheitliche Lösung. Der Landkreis stellte den Städten und Gemeinden bei einem Termin bereits das Kooperationsmodell und die mögliche Software vor. Der Kreisdezernent schätzt die Lizenzkosten für alle zusammen auf 120.000 Euro. Damit könne der Bürger in Zukunft viele Anfragen über dieses Portal online stellen. Zugleich wies er darauf hin, dass die Menschen aber weiterhin Ansprechpartner direkt in den Behörden vorfinden.

Kein Stellenabbau

Jonas Roosmann (CDU) wies drauf hin, dass man heutzutage fast "alle Bestellungen mit dem Smartphone erledigen kann, nur noch keine Behördengänge". Die Befürchtungen von Birgt Kemmer (Grüne), dass mit dem Online-Portal ein Stellenabbau wie bei den Geldinstituten auch in den Rathäusern verbunden sei, teilte Steffens nicht. Vielmehr sei dies ein guter Bürgerservice. Deshalb hoffe er auf eine baldige Realisierung.  


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