Bericht im Kreistag in Meppen Ehrenamtliche Kräfte bei Moorbrand sollen "drastisch reduziert" werden

Andreas Sagurna, Leiter des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr, hat am Montag im Kreistag Bericht über den Moorbrand erstattet. Foto: Lars SchröerAndreas Sagurna, Leiter des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr, hat am Montag im Kreistag Bericht über den Moorbrand erstattet. Foto: Lars Schröer

Meppen. 1443 Einsatzkräfte haben am Montag noch immer den Moorbrand auf der Wehrtechnischen Dienstelle bei Meppen bekämpft. Das berichtete ein Verantwortlicher im Kreistag.

„Ich bin überwältigt von dem Entgegenkommen der Menschen“, sagte Andreas Sagurna, Leiter des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr, am Montag im Kreistag. Sie würden die Helfer mit Kuchen und Würstchen versorgen und ihnen kleine Geschenke machen.

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Er gab den Kreistagsabgeordneten in der öffentlichen Sitzung in Meppen einen ausführlichen Bericht. „Die Lage ist in der vierten Nacht stabil.“ Es gebe keine oberirdischen Feuer mehr. An zwei Stellen auf der acht bis zwölf Quadratkilometer großen Brandfläche gebe es starke Rauchentwicklungen. Eine exakte Angabe zur Größe des Brandes wollte er nicht mehr abgeben.




Katastrophenfall gilt weiterhin

Unterdessen sagte Landrat Reinhard Winter unserer Redaktion, dass er den „Katastrophenfall zurzeit noch nicht aufheben wird“. Seit gestern ist auch wieder ein CH 53 Transporthubschrauber im Einsatz, der bis zu 5000 Liter Wasser aufnehmen kann und von oben das Feuer löscht. Sagurna wies auf die vielen Blindgänger in der Erprobungsstelle hin. „Der Schießplatz besteht seit 1877 und gerade in den Anfangsjahren wurden keine Aufzeichnungen über Übungsschießen geführt.“ Zudem könnten selbst Löschraupen nicht alle Teile des sumpfigen Geländes erreichen.

Zurzeit würden direkt am Moorbrand im großen Stil Aufräumarbeiten gerade in Waldstücken durchgeführt. „Ich will alles raus haben, was brennen kann“, sagt der Bundeswehrexperte. Zusätzlich legten die 214 Soldaten des Spezialregiments 164 aus Husum Schneisen in den Wald. Dank neuer Wege sollen die Einsatzkräfte einfacher an die Brandherde gelangen. Dabei räumte er aber ein, dass „es noch Monate dauern kann“, bis alles gelöscht sei.  

THW-Kräfte sollen reduziert werden

Noch immer seien zusätzlich zu den 214 Pioniersoldaten, 74 Kräfte der Bundesfeuerwehr sowie 638 zivile Feuerwehrleute und 517 THW-Helfer vor Ort. Ziel sei es mittelfristig, die Zahl der ehrenamtlichen Helfer gerade des Technischen Hilfswerkes drastisch zu reduzieren. Bei den Feuerwehren werde er in Zukunft keine großen Feuerwehrbereitschaften sondern nur noch gezielt Löschtrupps anfordern.

Das größte Problem seien die Glutnester tief in der Erde. Deshalb würde das Areal jetzt stark gewässert, sowohl über Rohre unterirdisch als auch oberirdisch. Mit den neuen Wärmebildaufnahmen der Tornadoüberflüge sollen Glutnester zudem unterirdisch gezielt lokalisiert und dann geflutet werden. „Wir werden uns jetzt auf die unterirdische Brandbekämpfung konzentrieren“, so der Einsatzleiter.


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