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14.09.2018, 18:15 Uhr KOMMENTAR

Straßen in Meppen auch nach regionalen Widerstandskämpfern benennen

Kommentar von Tim Gallandi

Eine Geschwister-Scholl-Straße, wie hier in Lingen, könnte es künftig auch in Meppen geben. Archivfoto: Johannes FrankeEine Geschwister-Scholl-Straße, wie hier in Lingen, könnte es künftig auch in Meppen geben. Archivfoto: Johannes Franke

Meppen. Der Vorschlag, die Straßen im Neubaugebiet in Meppen-Kuhweide nach zivilen Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime zu benennen, ist richtig. Nur sollten auch regionale Widerständler berücksichtigt werden. Ein Kommentar.

Wissen Sie, wer Bernhard Mecklenburg war? Falls ja, gehören Sie einer kleinen Minderheit an. Politik und Verwaltung in Meppen könnten das ändern, indem sie eine Straße nach ihm benennen. Nach einem von etlichen Emsländern, die sich mutig den Nazis entgegenstellten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten hat Meppen bisher keine NS-Widerständler mit Straßennamen gewürdigt. Nicht allein deshalb ist der Vorschlag der SPD AG 60 plus, dies nachzuholen, vollkommen richtig. Sondern auch angesichts der wachsenden Zahl jener, die rechtsextreme Positionen heute wieder für salonfähig halten.

Aber warum sollen es nur Widerstandskämpfer aus anderen Regionen sein? Der aus Hüntel stammende Bernhard Mecklenburg wurde 1943 wegen Äußerungen zur „Judenfrage“ von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Er ist nur ein Beispiel für Zivilcourage, für Kritik an einem menschenverachtenden Regime, die es auch im Emsland gab.

Die Entscheidungsträger in Meppen sollten daher überlegen, ob sie die Liste potenzieller Straßenpaten nicht um einige lokale Namen erweitern. Ganz nebenbei würden sie damit zur regionalgeschichtlichen Bildung beitragen. Nur Mut!


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