Einstimmiger Ratsbeschluss Meppen tritt dem Westfälischen Hansebund bei

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Die Hanse-Kogge als Wetterfahne auf dem Historischen Rathaus symbolisiert die Vergangenheit Meppens, das während der frühen Neuzeit Stadt der Hanse war. Jetzt tritt die emsländische Kreisstadt dem Westfälischen Hansebund bei. Foto: Tim GallandiDie Hanse-Kogge als Wetterfahne auf dem Historischen Rathaus symbolisiert die Vergangenheit Meppens, das während der frühen Neuzeit Stadt der Hanse war. Jetzt tritt die emsländische Kreisstadt dem Westfälischen Hansebund bei. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Nach einstimmigem Beschluss des Stadtrats tritt Meppen dem Westfälischen Hansebund bei. Außerdem gab der Rat mehrheitlich grünes Licht für ein neues Gewerbegebiet südlich von Nödike und diskutierte über Straßennamen im neuen Baugebiet in Kuhweide.

Mit dem positiven Ratsbeschluss, der ohne Diskussion und ohne Gegenstimmen erfolgte, erfüllte die Stadt Meppen die letzte fehlende Voraussetzung für eine Aufnahme in den Westfälischen Hansebund. Dessen Vorstandsmitglied Eckhard Ruthemeyer hatte bereits am vergangenen Wochenende beim Hansetag in Haselünne angekündigt, man werde Meppen bald als Mitglied Nummer 50 begrüßen.

An die anderen beiden Voraussetzungen konnten schon zuvor Häkchen gesetzt werden: Meppen ist Mitglied in der historischen Hanse, da es längst dem Internationalen Hansebund angehört. Außerdem liegt die emsländische Kreisstadt zwar nicht in Westfalen, aber – ähnlich wie Haselünne, Fürstenau und Osnabrück – im grenznahen Gebiet zu Westfalen, womit ein weiteres Muss erfüllt ist.

Diese Mitgliedschaft werde Meppen besonders hinsichtlich Tourismus und Wirtschaftsförderung zugutekommen, sagte Bürgermeister Helmut Knurbein. Einzige Zahlungsverpflichtung ist der Mitgliedsbeitrag von 250 Euro jährlich.

Neues Gewerbegebiet in Nödike

Weniger Einigkeit herrschte im Rat, als es um neue Gewerbeflächen südlich von Nödike ging. Wie berichtet, will die Stadt ein 13 Hektar großes Areal, das an der Anbindung der Bundesstraße 70 an der Haarbrücke beginnt und sich in Richtung Lingen zieht, zu einem Gewerbegebiet machen. Stadtplaner Jürgen Giese erörterte, welche Einwände und Anregungen bei der Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden geäußert wurden und was die Stadt als Abwägungen vorschlägt.

Die anwesenden Grünen-Ratsleute Herbert Lügering und Martin Tecklenburg votierten gegen die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans, „in erster Linie aus umweltpolitischen Gründen“, erklärte Tecklenburg. Denn die Fraktion sehe Natur- und Umweltschutz unzureichend berücksichtigt. Das betreffe Biotop-Flächen wie auch die Frage, was mit der seltenen Fischart Schlammpeitzger geschieht, die in einem Graben vermutet wird, der bei der Erweiterung des Gewerbegebiets zugeschüttet werden soll. Zudem führte Tecklenburg städtebauliche Aspekte an: „Die Einfahrt nach Meppen an dieser Stelle soll nicht durch grelle Reklame verunstaltet werden.“ Die Grünen plädierten dafür, die vorhandenen Gewerbegebiete zu verdichten. „Weitere Diskussionen um Standortfragen wären zwingend notwendig“, so der Abgeordnete.

„Wir haben in Meppen nicht nur Bedarf an Wohnbauland, auch an Gewerbeflächen. Und Nödike ist mittlerweile proppevoll“, konterte Bernd Kaiser (SPD). Stadtplaner Giese ergänzte, alle Einwände in Sachen Naturschutz hätten entkräftet werden können. Abgesehen von den Grünen folgten letztlich alle übrigen anwesenden Ratsleute diesen Argumenten und stimmten der Planänderung zu.

Diskussion um Straßenbenennung

Die Straßen im künftigen Baugebiet „Südliche Erweiterung Kuhweide“ sollen nach Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime benannt werden. Darüber sind sich die Meppener Ratsabgeordneten einig. Ein entsprechender Beschluss ist in der jüngsten Sitzung aber zunächst vertagt worden.

Wie Baudirektor Dieter Müller erläuterte, werden sechs Straßennamen benötigt. Die Idee, die Straßen nach Personen zu benennen, die in der Zeit des Nationalsozialismus zivilen Widerstand geleistet haben, stammt von der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 Plus. Laut Vorschlag der Verwaltung sollen unter anderen Dietrich Bonhoeffer, Georg Elser und die Geschwister Scholl für die Straßen Pate stehen.

Die Ratsmitglieder äußerten einmütige Zustimmung. Dissens herrschte hingegen zum Zuschnitt der Straßen: Nach bisherigem Planungsstand werden einige von ihnen kaum mehr als ein halbes Dutzend Häuser umfassen. „Eine Straße, die einen solchen Namen erhält, sollte eine gewisse Größe haben“, regte Jutta Oestreicher (BfM/ FDP) an. Günther Pletz (UWG) pflichtete ihr bei und schlug vor, die Zahl der Straßen zu verringern und einige der vorgeschlagenen Namen für die Erweiterung des Baugebiets aufzusparen. Der Rat beschloss am Ende mehrheitlich, das Thema noch einmal zurückzustellen.


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