Offene Fragen vor Meppener Gericht Pärchen auf Beutezug durch das nördliche Emsland?

Von Heiner Harnack

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Prozessauftakt in Meppen. Symbolfoto: Michael GründelProzessauftakt in Meppen. Symbolfoto: Michael Gründel

Meppen. Einem Paar wirft die Staatsanwaltschaft vor, gemeinschaftlich in mehreren Fällen in verschiedenen Orten des nördlichen Emslands Einbruchdiebstähle und Computerbetrug begangen sowie Scheckkarten widerrechtlich benutzt zu haben.

Der Staatsanwalt benötigte während der Verhandlung vor dem Amtsgericht Meppen viel Zeit, um die Liste der vorgeworfenen Delikte zu verlesen. Diese Fälle sollten sich 2017 in Klein Berßen, Spanharrenstätte, Friesoythe, Sögel, Vrees, Rastdorf und Lorup abgespielt haben. Der Tischler und die Lageristin hätten, so der Vertreter der Anklage, insgesamt einen Wert von rund 5600 Euro erbeutet, den es einzuziehen gelte.

Nur Schmiere gestanden

Der Angeklagte gab an, dass er für ein Kind 200 Euro Unterhalt zahlen und 400 Euro für einen Hauskredit abtragen müsse. Die Frau erzählte, dass sie lediglich knapp 400 Euro an Unterstützung vom Sozialamt bekomme, aber 420 Euro für ihre Miete aufbringen müsse. Die Anklage hielt der Frau zugute, dass sie den Ermittlungen zufolge zwar mit einen Motorroller zu den Tatorten gefahren sei, aber nur „Schmiere gestanden“ habe. Ferner, so meinte der Staatsanwalt, seien mit entwendeten Kreditkarten mehrere Tausend Euro bei Finanzinstituten in der Nähe der Tatorte widerrechtlich abgehoben worden. Weiter seien Laptops, Geldbörsen und TV-Geräte gestohlen worden.

Verurteilung wahrscheinlich

Der Richter machte deutlich, dass eine Verurteilung der beiden Angeklagten bei den vorgeworfenen Straftaten wahrscheinlich werden würde. Am ersten Prozesstag wurden keine weiteren Zeugen vernommen. Der Verteidiger des Mannes erklärte, dass sein Mandant sich am ersten Prozesstag nicht äußern wollte. Die Verteidigerin der Angeklagten schloss eine Aussage ihrer Mandantin ebenso aus. Daraufhin meinte der Vertreter der Anklage, dass Teilgeständnisse durchaus für den weiteren Verlauf des Prozesses hilfreich sein und mögliche Haftstrafen durchaus geringer ausfallen könnten. Dazu fügte er an, dass die verschiedenen Videoaufzeichnungen der Polizei nähere Aufschlüsse geben werden, wie sich die tatsächlichen Verläufe vor Ort eventuell abgespielt hätten. Der Prozess wird am 26. September vor dem Schöffengericht fortgesetzt.


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