Alte Glocke schwieg 50 Jahre Meppen: Wegekreuz am Wendehafen in Hüntel gesegnet

Von Heiner Harnack

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Sämtliche Gäste der kleinen Feier versammelten sich nach dem ersten Klang der Friedensglocke am neuen Wegekreuz in Hüntel. Foto: Heiner HarnackSämtliche Gäste der kleinen Feier versammelten sich nach dem ersten Klang der Friedensglocke am neuen Wegekreuz in Hüntel. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Ein neues Wegekreuz ist im Meppener Ortsteil Hüntel gesegnet worden. Dazu wurde den Gläubigen eine Glocke präsentiert, die nach Angaben der Veranstalter das letzte Mal vor 50 Jahren erklungen war.

In der Verlängerung der Straße Zum Hafen, direkt am Dortmund-Ems-Kanal und gegenüber dem alten Kühlturm mit der Weltkarte gelegen, steht das neue Wegekreuz. Der Hünteler Bürger Bernhard Klaas habe das Kreuz im Jahre 1997 aus Dankbarkeit in seinem Garten errichten lassen, erzählte Volker Horstmann vom Dorfausschuss. Der Altenberger Künstler Hugo Gerdelmann habe es seinerzeit entworfen.

Kostenloser Pachtvertrag

Im Jahre 2014 sei das Anwesen von der Familie verkauft worden, nicht aber das Kreuz, so Horstmann weiter. Der Dorfausschuss sei im Jahre 2016 zum Entschluss gekommen, das Kreuz am Hünteler Wendehafen wieder aufstellen zu lassen. „Sehr unbürokratisch haben wir dann einen entgeltlosen Pachtvertrag mit dem Schifffahrtsamt geschlossen“, erinnerte sich der Redner weiter. Nach dem Aufstellen des Kreuzes habe es durchweg positive Reaktionen gegeben, sodass einer Segnung nichts mehr im Wege stand, so Horstmann.

Glocke unverkäuflich

Pastor Günter Wessendorf sagte, dass das Kreuz für alle Christen ein Gegenstand von besonderer Verehrung sei. „Es erinnert an die Erlösungstat Christi und verheißt ewiges Heil.“ Volker Horstmann erinnerte an den seinerzeit in Hüntel lebenden Architekten Hermann Wewers, der die Glocke des alten Turms am Kriegerdenkmal nach einem Gemeinderatsbeschluss in seine Obhut genommen hätte. „Es galt die Auflage, dass die Glocke nie verkauft werden durfte“, so Horstmann zu den Gästen. Die Glocke, die aus dem Jahre 1649 stammt, weist übersetzt folgende, lateinische Inschrift auf: „Heilige Klara, deine Schwester bittet für dich, bete für uns.“

Ort des Verweilens

Die Glocke, die nicht fest am Wegekreuz aufgestellt wurde, war von der Familie Claudia Wewers aus Hüntel für den Festtag zur Verfügung gestellt worden. Fast 370 Jahre nach dem Guss und einem halben Jahrhundert Schweigen zeigte die Friedensglocke immer noch einen reinen, hellen Klang. „Das ist ein schöner Ort des Verweilens“, meinte Bürgermeister Helmut Knurbein, der sicher war, dass viele Radler und Fußgänger diesen Platz mit der herrlichen Aussicht genießen würden. Hier könne man auch gut nachdenken und in sich gehen, war sich der Rathauschef sicher.


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