Angebot im Freiwilligenzentrum Repaircafé für Meppen – Strafgefangene helfen mit

Von Heiner Harnack, 11.09.2018, 15:55 Uhr
Mitarbeiter, Gefangene und Unterstützer freuen sich auf Dienstag, den 18. September, an dem Hilfe suchende Menschen aus der Region das Freiwilligenzentrum aufsuchen können. Foto: Heiner Harnack

hhar Meppen. In Zusammenarbeit zwischen dem Freiwilligenzentrum Meppen und der Justizvollzugsanstalt Meppen wird ab Dienstag, 18. September, in regelmäßigen Abständen ein Repair-Café an der Hubbrücke angeboten.

„In unseren Räumlichkeiten werden wir alle sechs bis acht Wochen in der Zeit von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr einen Termin mit Ehrenamtlichen aus unserem Hause und Inhaftierten der JVA den Bürgern als Service anbieten“, sagt Christian Hüser, Leiter des Freiwilligenzentrums. Dabei können Bürger Hilfe bei kleineren Reparaturen erhalten. Es sollten aber nicht nur technische Dienstleistungen im Vordergrund stehen. „Wir bieten auch Hilfen beim Ausfüllen von Formularen, der Benutzung von Mobiltelefon und PC oder bei Flickarbeiten an der Kleidung oder am Fahrrad an“, zeigte Hüser ein breit gefächertes Programm auf.

Form der Wiedergutmachung

„Mit der Möglichkeit zur gemeinnützigen Arbeit sollen die Gefangenen Gelegenheit erhalten, eine Form der Wiedergutmachung zu leisten“, erklärte Dagmar Bloemen, die im Fachbereich Entlassungskoordination und dem Sozialen Dienst der JVA arbeitet. Hüser fügte an, dass man den Hilfe suchenden Menschen mit diesen Terminen die Möglichkeit zum Austausch und zur Begegnung geben wolle.

Weitere Chance

Der Strafgefangene Sergej erzählte, dass er in der JVA bereits den ganzen Tag in der Werkstatt eingesetzt werde. Er hoffe mit Flicken, Reparieren und Schrauben den Menschen helfen zu können. Kollege Patrick erklärte, dass die JVA ihm die Möglichkeit gegeben habe, eine Ausbildung zum Tischler zu absolvieren. „Jetzt ist es an der Zeit für mich, etwas wieder zurückzugeben“, sagte der junge Mann. Das sei eine weitere Chance für ihn, seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Gefangene Sascha erzählte, dass er sich mit seinen handwerklichen Fähigkeiten freue, anderen Menschen helfen zu können.

Einmaliges Projekt

„Das Besondere ist, dass dieses Projekt zwischen einer Justizvollzugsanstalt und einem Freiwilligenzentrum niedersachsenweit einmalig ist und die Inhaftierten die Möglichkeit haben, sich ehrenamtlich zu engagieren“, sagte Christian Hüser. Im Gegensatz zur Arbeit innerhalb des Gefängnisses erhielten die Inhaftierten keinen Lohn für ihr Wirken. „Gemeinnützige Arbeit und die Qualifizierung für diese ermöglicht den Zugang zu einem anderen sozialen Umfeld nach der Entlassung“, fügte Bloemen an. Des sei eine große Chance, damit Gefangene schneller eine Eingliederung in die Gesellschaft schaffen. Zudem würden die Gefangenen, die absolut keine Vorteile aus dieser Arbeit ziehen könnten, glaubhaft signalisieren, dass es eine Bereitschaft zur Veränderung gebe. Finanzielle Unterstützung erfährt dieses einmalige Projekt durch die Stadt Meppen und die Sparkasse Emsland.

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