32 Kommunen schließen sich zusammen Hochwasserschutzkonzept für die Hase wird 2019 vorgestellt

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Auch wenn aktuell keinerlei Gefahr herrscht: Meppen und 31 weitere Anliegerkommunen kümmern sich um den Hochwasserschutz an der Hase. Foto: Malte GoltscheAuch wenn aktuell keinerlei Gefahr herrscht: Meppen und 31 weitere Anliegerkommunen kümmern sich um den Hochwasserschutz an der Hase. Foto: Malte Goltsche

Meppen. Die Anliegerkommunen der Hase wollen sich vor Hochwasser schützen. Das gemeinsame Konzept werde voraussichtlich in der ersten Hälfte des kommenden Jahres vorgestellt, erklärte Dieter Müller, Baudirektor der Stadt Meppen, bei der Sitzung des Ausschusses für Klima- und Umweltschutz.

"Käme im Moment eine Hochwasserwelle die Hase hoch, wäre der Saal vermutlich voll", sagte Dieter Müller zu Beginn seines Sachstandsberichts. "Dass das aktuell nicht der Fall ist, enthebt uns aber nicht der Pflicht, das Thema trotzdem weiter zu bearbeiten." Hochwasser sei in einer Stadt wie Meppen, die gleich an zwei Flüssen liege, ein ständiges Thema, so Müller.

Seit 2015 sind die Anliegerkommunen dabei, sich zu einer Hochwasserpartnerschaft zusammenzuschließen und ein gemeinsames Konzept zum Hochwasserschutz zu entwickeln. Dabei seien zahlreiche Handlungsfelder und Akteure zu beachten, erklärte Dieter Müller. Ein besonders wichtiges Thema sei die Hochwasserretention, also die Rückhaltung des überlaufenden Wassers. Dafür sei die Partnerschaft sehr hilfreich. Durch die überörtliche Planung und die Einrichtung diverser Retentionsstellen könne so gewährleistet werden, dass sich mögliche Hochwasserwellen gar nicht durch die ganze Hase ziehen, sondern bereits im Vorfeld zurückgehalten werden. 

Förderungsantrag größtenteils bewilligt

Bereits 2015 haben die Kommunen einen gemeinsamen Förderantrag über 225.000 Euro beim Land Niedersachsen gestellt. Bewilligt wurden 180.000 Euro, sodass die 32 Kommunen gemeinsam noch 45.000 Euro in einem kalkulierten Zeitraum von drei Jahren stemmen müssen. Die Hochwasserpartnerschaft Hase erstreckt sich von Dissen am Teutoburger Wald im Süden bis nach Meppen im Norden. Einige wenige Kommunen im potenziellen Hochwassergebiet sind noch nicht Mitglied in der Partnerschaft. "Wir wollen aber weiter für die Beteiligung der noch fehlenden Gemeinden werben", sagte Dieter Müller.

An dem Konzept arbeiten aktuell die Ingenieurbüros Soennichsen & Partner und UIH aus Minden und Höxter. Ein Steuerkreis, der sich aus Mitgliedern der Partnerschaft, Behörden und beteiligten Anliegern zusammensetzt, diskutiert einen ersten Entwurf in dieser Woche, wie Müller mitteilte. Das endgültige Konzept soll dann in der ersten Hälfte des Jahres 2019 vorliegen. 

Stadtradeln erfolgreich

Als ein Beispiel für ein sehr erfolgreiches Retentionsgebiet nannte Müller den Alfsee in Alfhausen-Rieste im Osnabrücker Land. Dieser verbinde die Hochwasserrückhaltung mit einer Freizeitfläche, die sich für die Gemeinden auch touristisch ausgezahlt habe. Solche großen Flächen böten sich für Meppen zwar weniger aber Hochwasserrückhaltung mit Freizeitangeboten zu verbinden sei durchaus eine Möglichkeit, erklärte Müller. "Man muss sich das jedoch kleinteiliger vorstellen, als es in Alfhausen der Fall ist", sagte Müller. 

Am Rande der Ausschusssitzung wurde außerdem bekannt, dass das Klimaschutzprojekt Stadtradeln deutlich erfolgreicher war als im letzten Jahr. Dabei konnten die Bürger ihre mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer online eintragen und so ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. "Im letzten Jahr waren wir bei 42.000 Kilometern, dieses Jahr haben wir die 60.000 Kilometer geknackt", berichtete Ludger Frese, Klimaschutzmanager der Stadt Meppen. 


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