Drittbefragung zum Ausbildungsstart Drastischer Fachkräftemangel im Emsland

Von David Hartmann

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Der Fachkräftemangel wird im Emsland besonders hinsichtlich des fehlenden Azubi-Nachwuchses deutlich. Foto: Stephanie Pilick dpa/lbnDer Fachkräftemangel wird im Emsland besonders hinsichtlich des fehlenden Azubi-Nachwuchses deutlich. Foto: Stephanie Pilick dpa/lbn

Meppen. Das Ausbildungsjahr 2018 ist vor gut einem Monat gestartet. Aus diesem Anlass hat die Ausbildungsplatzinitiative im Emsland die Ergebnisse der Drittbefragung präsentiert. Ergebnis: Der Fachkräftemangel ist drastisch.

„Nur zwölf Unversorgte haben wir im gesamten Kreisgebiet, das ist nochmal eine Verbesserung gegenüber dem letzten Jahr“, kommentierte der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp die Ergebnisse der Drittbefragung. Fünf der Unversorgten stammen aus dem nördlichen Emsland, vier aus dem mittleren, drei aus dem südlichen Kreisgebiet.

Insgesamt 2228 Befragte haben 2018 eine Ausbildung begonnen, ein Rückgang von 67 Ausbildungssuchenden unter den Befragten. „Bei den noch Suchenden machen wir uns wenig Gedanken, die werden auch noch untergebracht. Sei es eine Berufsbildende Maßnahme oder eine andere Alternative“, ist sich Gerenkamp sicher.

Alternative finden

Eine intensive Betreuung der Unversorgten verspricht ebenso Dieter Onnen von der Agentur für Arbeit: „Wir sorgen dafür, dass auch die noch Suchenden schnell eine Alternative finden.“ Die Agentur schicke Einladungen zu Gesprächen an die Unversorgten und vermittele ihnen einige Möglichkeiten. „Problem bei den Übriggebliebenen ist, dass sie mehrfach zu Terminen nicht erscheinen oder von Anfang an keine Rückmeldung geben“, so Onnen. Mittlerweile haben zwei der Unversorgten eine Zusage für eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme erhalten.

Über die Ergebnisse der Drittbefragung ist Erster Kreisrat Gerenkamp sehr zufrieden. „Mit einer Unterversorgung der Auszubildenden haben wir keine Probleme. Was uns wirklich zu schaffen macht, ist die Unterversorgung der Betriebe.“ Allein in diesem Jahr sind nach der Drittbefragung noch 1152 Stellen unbesetzt geblieben. „Ein drastischer Anstieg im Vergleich zu den letzten Jahren“, so Gerenkamp. 2016 und 2017 waren es 849 und 907 unbesetzte Stellen, 2012 nur 436.

Plakataktion

Einen Überhang an Bewerbern gibt es in den Bereichen der Mediengestaltung, der Informatik und der Innenausstatter. „Eine große Unterversorgung haben wir in fast allen handwerklichen Berufen“, berichtet Onnen. Den Fachkräftemangel mildern könnten laut Gerenkamp möglicherweise deutschstämmige Mennoniten aus Paraguay: „Wir stehen in Kontakt mit den Interessierten, wir müssen schauen, was sich ergibt.“

Des Weiteren veranstaltet der Landkreis Emsland eine Plakataktion in Essen, die junge Leute in der Ruhrgebietsmetropole auf Möglichkeiten und Chancen als Auszubildender im Emsland hinweisen soll. „Wir bemühen uns sehr, den Fachkräftebedarf in unserer Region zu decken“, sagt Gerenkamp.


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