Viele Gäste bei Konzert „#wirsindmehr“ im Rockpalast Lokale Musikszene positioniert sich in Meppen gegen rechte Gewalt

Von Bernd Fischer

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Meppen. Fünf lokale Bands und Künstler sind am Freitag bei einem kurzfristig organisierten Konzert im Meppener Rockpalast aufgetreten. Als Reaktion auf die fremdenfeindlichen Krawalle in Chemnitz wollten die Veranstalter auch für Meppen und das Emsland ein positives Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt und Hetze setzen. Die Gewinne der Veranstaltung wurden gespendet.

Etwa 65.000 Menschen versammelten sich am 3. September in Chemnitz zu einem Konzert unter dem Motto „#wirsindmehr“. Bands wie Kraftklub und Die Toten Hosen positionierten sich hier klar gegen Rechtsextremismus, nachdem es in der sächsischen Stadt in den Tagen zuvor zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen war.

Dem Wir-sind-mehr-Motto schlossen sich nun auch mehrere emsländische Musiker bei einem Konzert im Rockpalast an. „Wir haben das Ganze spontan organisiert und es gab direkt viel positive Resonanz“, berichteten die beiden Veranstalter Jonas Egbers und Lenard Grote. „Mit Against Randy, Civil Courage und The Boar waren sofort Lokalbands an Bord, die Initiative für diesen Zweck ergreifen wollten.“ Während Lenard Grote selbst Bass bei der Meppener Band Distance Remains spielt, ist Jonas Egbers in der Kreisstadt als Solokünstler und Songwriter bekannt. Beide standen im Laufe des Abends auch selbst auf der Bühne.

Positive Zeichen setzen

„Uns geht es darum, positive Zeichen zu setzen, gerade auch für Meppen“, erklärten Egbers und Grote. „Auch bei uns sind Rechtsradikale und Neonazis aktiv, vernetzen sich und betreiben Hetze. Und insbesondere in den sozialen Medien wird auch hier von Einzelnen teilweise ein menschenverachtender Hass aufgebaut, der keinesfalls für die Mehrheit der Bevölkerung steht. Gerade deshalb soll unser Konzert auch ein Signal sein, dass vor allem auch die Mehrheit der jungen Leute im Emsland diesen Entwicklungen nicht mehr leise gegenübersteht.“

Leise ging es bei dem Konzert dann auch nicht zu. Gegen 20 Uhr startete die Coverband The Boar mit bekannten lautstarken Punkrocksongs. Darauf folgten Against Randy mit Alternative Rock, Distance Remains mit Metalcore, Jonas Egbers mit Solo-Akustik-Songs und schließlich Civil Courage mit Punkrock. Alle Bands äußerten sich in unterstützenden Ansagen zum Anlass des Konzerts, nachdem es zu Beginn bereits einen kurzen Redebeitrag des Meppeners Hendrik Pszolla gegeben hatte.

Für Seenotrettung im Mittelmeer

Mit circa 300 zahlenden Gästen war das Konzert sehr gut besucht, und die Stimmung war im Publikum durchweg positiv. Da sämtliche Bands auf ihre Gagen verzichteten und die Meppener Firma Mexiko-Fliesen ergänzend einen Benefizverkauf von Rockpalast-Fliesen anbot, konnten die Veranstalter einen ansehnlichen Betrag für einen guten Zweck sammeln. Die Spende wird an den Verein „Jugend rettet“ gehen, der sich für Seenotrettung im Mittelmeer einsetzt.

Unabhängig vom Meppener Konzert wird unter dem Motto „#wirsindmehr“ außerdem am 19. September in Lingen eine Veranstaltung stattfinden, die von einer Lingener Arbeitsgruppe organisiert wird.


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