Redakteure lesen Hasspost vor Poetry Slam-Landesmeisterin als Stargast in Meppen

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Landesmeisterin im Poetry Slam: Rita Apel Foto: Renate GlinkaLandesmeisterin im Poetry Slam: Rita Apel Foto: Renate Glinka

Meppen Nicht alles, was Leser an die Zeitung schreiben, ist druckfähig. Im Papierkorb landen bösen und beleidigende Leserbriefe aber nicht – sie werden zu einem Bühnenprogramm: Beim Hate Slam lesen Redakteure die Hasspost vor Publikum vor. Der zweite Emsland Hate Slam findet in Meppen am 19. September im Theater statt. Zusätzlich dürfen sich die Zuschauer auf die Landesmeisterin im Poetry-Slam Rita Apel aus Bremen freuen.

Sie versucht, „möglichst unterschiedliche Themen“ zu bearbeiten. „Aber schön ist es schon, wenn man skurrile Alltagserlebnisse aufschreiben kann.“ In einem Gespräch mit der Redaktion antwortete sie auf die Frage: „Was mögen Sie am Emsland?“ „Ich mag den Dialekt.“ Ihre Inspirationen zu den Texten bekommt sie, wenn sie „einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht“. Sie mag persönlich besonders Texte von Schriftsteller Max Goldt. Sie will die Menschen, „dass die Zuhörer Spaß haben, aber auch über gewisse Probleme nachdenken“. Das Publikum darf sich besonders über so „einige Texte über Zeitschriften“ freuen.

Du mieser Spitzel

„Schmierenblatt!“ - „Wer keine Ahnung hat, sollte besser nichts sagen.“ - „Du mieser kleiner Spitzel!“ - Das sind ein paar Kostproben aus dem Hate Slam-Programm, das Journalisten im Theater aus ihrem Alltagsleben vortragen. Die Redakteure Hermann-Josef Mammes, Thomas Pertz, Gerd Schade, Ina Wemhöner und Harry de Winter der Meppener Tagespost und Lingener Tagespost sowie Ems-Zeitung sowie NOZ-Redakteurin Katharina Ritzer werden vortragen, was ihnen Leser voller Wut geschrieben haben - unzensiert, aber anonymisiert.

Leserbriefe haben in der Zeitung einen festen Platz. Journalisten ist die Meinung ihrer Leser wichtig. Aber wenn die Kritik nicht mehr konstruktiv, sondern nur unflätig ist, gibt es keine Gesprächsbasis mehr. Auseinandersetzen kann man sich damit aber dennoch - eben auf humorige Art beim Hate Slam. Ums Bloßstellen dieser Briefschreiber geht es aber nicht: Die Hasspost, die kuriosen Kündigungsschreiben und die seltsamen Diskussionen bei Facebook werden anonymisiert vorgetragen.

Drohungen und Beleidigungen

Den Zuhörern bleibt ob der Beleidigungen und Drohungen oft das Lachen im Halse stecken. Unterhaltsam ist ein solcher Abend aber dennoch - was auch daran liegt, dass die Redakteure sich selbst ebenfalls auf die Schippe nehmen. Denn selbst wer beruflich mit Sprache zu tun hat, liegt manchmal daneben. Solche Stilblüten und Verschreiber werden ebenfalls dargeboten


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