Leiterin des Waisenhauses besucht Meppen Meppener engagieren sich für Waisenkinder in Ghana

Von Heiner Harnack

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Cornelia Hoge (links) und Ingrid Hackmann kümmern sich seit einiger Zeit um das Hilfsprojekt von Sister Stan in Ghana. Foto: Heiner HarnackCornelia Hoge (links) und Ingrid Hackmann kümmern sich seit einiger Zeit um das Hilfsprojekt von Sister Stan in Ghana. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Eine Initiative von Privatleuten engagiert sich seit einiger Zeit für Waisenkinder in Norden von Ghana. Jetzt war die Leiterin des Waisenhauses in die Kreisstadt gekommen, um über ihre Arbeit vor Ort zu berichten.

Ursprünglich sei der Kontakt durch das Arnold-Janssen-Gymnasium in Neuenkirchen bei Rheine zustande gekommen, erklärte Ingrid Hackmann während des Gesprächs im Haus der Familie. „Vor zwei Jahren hatte meine Schwester mich vom Flughafen angerufen und erzählt, dass sie ein kleines Mädchen mit einem Loch im Fuß getroffen hätte“, so Hackmann weiter. In Ghana sollte der Fuß amputiert werden, was im Meppener Krankenhaus Ludmillenstift aber verhindert werden konnte. Das Mädchen lebte in der Zeit bei den beiden Familien Hackmann und Hoge. Heute geht es ihm besser und sie kann die Schule besuchen.

Kinder bekommen Schuld

Bis zu dem Zeitpunkt habe man von Sister Stan, Leiterin des Waisenhauses, kaum etwas gewusst, sodass mehrere Meppener angefangen hätten, sich mit dem Hintergrund zu beschäftigen. Der Ordensschwester war es vor neun Jahren gelungen, lediglich mit Spendengeldern das Haus aufzubauen. Cornelia Hoge erzählte, dass es sich dabei um Kinder mit Behinderungen oder Missbildungen handele, die in Ghana nicht beachtet würden. „Leider wird einem solchen Kind die Schuld gegeben, wenn die Ernte einmal nicht gut ist oder weil Krankheiten ausgebrochen sind.“ Dann werde einfach behauptet, das Kind sei verhext und es werde „entsorgt und im Busch ausgesetzt“. Viele Kinder würden auch einfach getötet oder verkauft, weil sie als unnütz angesehen würden.

Korruption bleibt Problem

Hoge und Hackmann erzählten, dass sie sich dann im letzten Jahr für 10 Tage einfach auf den Weg gemacht hätten, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. Seit dem vergangenen November sei man dabei, Geld für Sister Stan und ihre Kinder zu sammeln. Die Schwester erklärte, dass die Kinder im christlichen Glauben erzogen würden und sie im Heim das erste Mal im Leben das Gefühl hätten, dass sie dazu gehörten. „Wir benötigen natürlich neben Geld und Medikamenten auch Kindernahrung, da die Kinder einfach nichts zu essen bekommen“, erzählte sie weiter. Leider sei die Korruption im Land zu groß, um ernsthafte Hilfe vom Staat zu erwarten, erklärte die Ordensschwester. Sie werde aber nicht von den Behörden bekämpft, fügte sie hinzu. „Diese Kinder sind völlig unschuldig und Opfer, die niemandem etwas getan haben.“ Es ist ein Ziel, eine Schule und eine Werkstatt aufbauen zu können, da Bildung die Grundlage für ein später selbstständiges Leben sei, so Sister Stan. Dafür benötige sie derzeit in erster Linie Gelder, um ein vernünftiges Schul- und Erziehungssystem aufzubauen.


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