Organspender dringend gesucht Informationsabend der Jungen Union Meppen

Von Heiner Harnack

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Auf dem Podium, von links: Felix Middelberg, Gitta Connemann, Barbara Backer und Christian Prause versuchten den Zuhörern die Notwendigkeit von Organspenden näher zu bringen. Foto: Heiner HarnackAuf dem Podium, von links: Felix Middelberg, Gitta Connemann, Barbara Backer und Christian Prause versuchten den Zuhörern die Notwendigkeit von Organspenden näher zu bringen. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Zum Thema Organspende hat die Junge Union Meppen einen Informationsabend veranstaltet.

Derzeit warten etwa 15.000 Menschen in den Eurotransplant-Mitgliedsländern Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn auf lebensrettende Spenderorgane. In Deutschland sterben jeden Tag drei Menschen, da keine Spende zur Verfügung steht, denn die Zahl der Spender ist drastisch zurückgegangen.

Felix Middelberg, Vorsitzender des Stadtverbands der Jungen Union, hatte mit der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann, Barbara Backer, Organtransplantierte und Christian Prause, Chef der Anästhesiologie des Elisabeth-Krankenhauses in Thuine, drei Gäste eingeladen, die seit vielen Jahren mit dem Thema Organspende befasst sind. Backer erzählte, dass sie lange, bevor sie selbst eine neue Leber benötigt hätte, einen Spenderausweis mit sich getragen habe. „Wir kämpfen schon sehr lange für die Widerspruchslösung und für die Menschen, die auf ein Organ warten“, erklärte Backer den etwa 30 Zuhörern im Saal Albers in Hemsen. Man warte nicht auf eine Transplantation, sondern man hoffe, dass es klappt.

Christian Prause, der als Organspenden-Koordinator tätig war, erklärte, dass das Krankenhaus Ludmillenstift Meppen für seine Arbeit auf dem Gebiet der Organspende den Ehrenpreis für besonderes Engagement erhalten habe. „Das ist schon eine sehr gute Leistung, wenn ein relativ kleines Krankenhaus deutschlandweit so aufgefallen ist“, meint Prause.

Connemann warb dafür Organspenderausweise auszufüllen. Man wisse, dass etwa 900 Millionen Exemplare in Deutschland ausgegeben worden seien, es aber dennoch immer weniger Spenden gebe. „Es ist zwingend erforderlich, dass ich mit meiner Familie spreche und diese nicht eines Tages überrascht wird und der Entnahme widerspricht“, rät Connemann.

Prause erklärte, dass Listen für die jeweiligen Organe existierten. „Es gibt nicht eine Warteliste, wie häufig falsch dargestellt“, fügte er an. Weiter gebe es Dringlichkeitsstufen, die etwa bei einem Unfall greifen würden. Mittlerweile sei es so, dass mehr Organe aus Europa nach Deutschland geliefert würden als umgekehrt. Ein Mensch, bei dem nach intensiver medizinischer Untersuchung die Diagnose Hirntod festgestellt wurde, sei definitiv tot, betonte Prause. Ein Mensch könne aus einem Koma wieder erwachen, aber nicht bei der Diagnose Hirntod.

Dann würden der Koordinator sowie zwei weitere, unabhängige Mediziner in das jeweilige Krankenhaus kommen und mit einem Chirurgenteam des Hauses die Organe entnehmen, beschrieb Prause den Ablauf. „Das läuft wie jede andere normale Operation ab, bei der auch ein Anästhesist zugegen ist.“ Jeder Spender könne daher danach den Angehörigen präsentiert werden. Häufig möchten Eltern von ihren Kindern Abschied nehmen. „Wir stellen uns nach der Entnahme noch einmal als Ärzte bei dem Patienten auf und machen eine Schweigeminute, weil ein Mensch verstorben ist und mit seiner Spende etwas für die Menschheit getan hat“, erklärte Prause.


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