Familienstreit in Meppen Teller voll Pommes ins Gesicht geworfen – Zeugen schweigen vor Gericht

Von Heiner Harnack

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Der Eingangsbereich am Meppener Amtsgericht ist neu gestaltet worden. Fotos: Hermann-Josef MammesDer Eingangsbereich am Meppener Amtsgericht ist neu gestaltet worden. Fotos: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Weil nach einem Familienstreit die Zeugen vor Gericht in Meppen keine Aussagen machten, ist eine wegen Körperverletzung angeklagte Frau freigesprochen worden.

Laut Anklage soll die Frau ihrem Ehemann einen Porzellanteller, der mit Pommes frites gefüllt war, ins Gesicht geworfen haben. Dabei sei es zu einer Verletzung gekommen.

Der Anwalt erklärte für seine Mandantin, die von ihrem Ehemann getrennt lebt, dass der Mann die Frau widerrechtlich in deren Zimmer aufgesucht habe, so dass sie sich habe lediglich wehren wollen. Zudem habe der Mann seiner Mandantin im Zimmer gedroht. Sicherlich sei eine gewisse Menge Alkohol im Spiel gewesen. Der Mann sei zwar komplett mit Mayonnaise bekleckert gewesen, aber dieses sei nicht seiner Mandantin anzulasten. Der Anwalt deutete zudem darauf hin, dass die Ehescheidung anstehe.

Der Noch-Ehemann erklärte dem Richter, dass er nicht zum Tathergang aussagen möchte. Ebenso äußerte sich die Tochter der beiden. Beide machten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch, das sie in Fällen haben, die nahe Angehörige betreffen. Da sich so der Sachverhalt nicht mehr korrekt aufklären lasse und die Familie wohl versuche, intern damit klar zu kommen, forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft Freispruch für die Angeklagte. Der Verteidiger schloss sich der Forderung an. Der Einzelrichter benötigte nur wenig Zeit, um den Anträgen der beiden Seiten Folge zu leisten, und erkannte auf Freispruch für die Angeklagte. Die Kosten gehen zulasten der Staatskasse.


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