„A Kiss is Just a Kiss“ Zwei Künstlerinnen zeigen ihre Werke an Meppener Koppelschleuse

Von Adelheid Schmitz

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Meppen. Im Kunstzentrum Koppelschleuse in Meppen ist die Ausstellung „A Kiss is Just a Kiss“ eröffnet worden. Yala Juchmann aus Berlin und Verena Schöttmer aus Hamburg zeigen ihre Arbeiten.

Die Ausstellung präsentiert 20 zeitgenössische Werke von zwei Künstlerinnen, die gegensätzlich an ihre Arbeiten herangehen. Bei Juchmann ist es eine Malerei des Auftrags von Farbe, bei Schöttmer eine des Austrags von Farbe, Motive entstehen durch Entfärbung.

Die Künstlerinnen lernten sich 2009 auf einer Auswahlausstellung für ein Stipendium kennen. Nicht nur, dass beide die Förderung erhielten, es entstand eine Freundschaft und gemeinsame Ausstellungen wurden veranstaltet.

Ghostwriting

Verena Schöttmer wurde 1978 in Meppen geboren, heute lebt und arbeitet sie in Hamburg, wo sie bis 2012 an der Hochschule für bildende Künste studierte. Die Künstlerin nennt ihre Chlormalerei „Ghostwriting“. Mit Chlor trägt sie schichtweise Farbe von Blue-Jeans-Stoffen ab. Versehen mit einer Gasmaske, bespritzt und bemalt Schöttmer den Jeans-Stoff mit Chlorbleiche, der dann in einer Waschmaschine ausgewaschen wird. Reliefartige Strukturen entstehen, Bilder erscheinen und treten wieder in den Hintergrund. Bei einigen Ausstellungsstücken wurden die Arbeitsvorgänge bis zu zehn Mal wiederholt.

(Weiterlesen: Hier geht es zum Programm des Meppener Kulturnetzwerks)

Künstlerisch benutzt sie das ätzende Mittel, um eine Verbindung zu schaffen zwischen dem klassischen Blumenstillleben und dem Jeans-Stoff, der für historische Arbeiterkluft, aber auch für Rock und Punk steht.

Sehen und reagieren

Yala Juchmann wurde 1984 in Hagen (Westfalen) geboren. Nach einem Kunststudium in Berlin, New York und Helsinki lebt und arbeitet sie heute in Berlin. Für ihre Wachs-Aquarelltechnik nutzt sie die gegensätzlichen Eigenschaften von Wasser und Wachs. In verschiedenen Schichten wird aufgetragen, versiegelt, weggenommen und wieder übermalt.

Juchmann arbeitet immer an mehreren Bildern gleichzeitig, manchmal an bis zu acht verschiedenen Werken. Mit selbst angemischten Wachsfarben arbeitet sie sehr schnell und intuitiv. Sie sagt: „Es soll spontan bleiben: sehen und reagieren, sehen und reagieren. Überlegt der Verstand, was noch ins Bild passt, höre ich auf und gehe direkt zum nächsten Bild.“

Öfter anschauen

Ulla Kleinlosen, Vorsitzende des Meppener Kunstkreises, begrüßte zur Eröffnung neben zahlreichen Gästen und Kunstinteressierten auch den Ersten Stadtrat Bernhard Ostermann. Um die Tiefe der Bilder eindringlich zu erfassen, riet Kleinlosen den Besuchern, sich die Arbeiten öfter anzuschauen.

Beide Künstlerinnen haben einen eigenen Katalog mit aktuellen Werken erstellt, er kann vor Ort erworben werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten sind am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 14.30 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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