Löschhubschrauber im Einsatz Waffentests sorgen für Flächenbrand auf WTD-Gelände in Meppen

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Hubschrauber im Dauereinsatz: Der CH-53 der Bundeswehr wirft Löschwasser über den Glutnestern auf dem WTD-Gelände ab. Foto: Harry de WinterHubschrauber im Dauereinsatz: Der CH-53 der Bundeswehr wirft Löschwasser über den Glutnestern auf dem WTD-Gelände ab. Foto: Harry de Winter 

Meppen. Seit Dienstagmorgen brennen nach Waffentests Moor- und Heideflächen auf der WTD 91 in Meppen. Rauchschwaden zogen auch über das Stadtgebiet von Meppen hinweg. Zwei Hubschrauber sind im Dauereinsatz, um die Brand zu löschen.

Auch am Dienstagabend zogen Rauch- und Qualmwolken über das Stadtgebiet von Meppen. Viele Anwohner machten sich Sorgen und riefen bei der Polizei und der Rettungsleitstelle an. Doch nicht im Stadtgebiet brannte es, sondern auf der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD) 91 der Bundeswehr, die im Norden an die Kreisstadt angrenzt.

Waffentests als Brandursache

"Bei Tests von neuen Waffensystemen ist es an zwei Stellen auf dem weitläufigen Areal zu Bränden von Moor- und Heideflächen gekommen", sagt Dieter Gröninger, Technischer Regierungsdirektor auf der WTD. Das sei nichts Ungewöhnliches, dass es bei solchen Tests zu Bränden käme. Die Feuerwehr der Bundeswehr sei von Anfang an involviert gewesen, um eingreifen zu können, was sie dann auch tat. Gefahr für Menschen habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Zahlreiche Glutnester sorgen auf der WTD für Rauchentwicklung. Foto: Harry de Winter

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Hubschrauber im Löscheinsatz

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des Windes breitete sich das Feuer weiter aus. Deshalb wurden am Dienstag zwei Hubschrauber angefordert, um die Löscharbeiten in dem schlecht zugänglichen Terrain zu unterstützen. Im Einsatz sind der "Super Puma" der Bundespolizei aus Kassel sowie der CH-53 der Bundeswehr aus Holzdorf in Brandburg. Beide Helikopter sind mit Löschbehältern ausgerüstet und werfen Wasser über den Brandherden ab. 

Der kleinere "Super Puma" der Bundespolizei zieht sein Löschwasser aus einem Graben auf der WTD. Foto: Harry de Winter

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Löschwasser aus Badesee

Der "Super Puma" kann 2000 Liter und der CH-53 5000 Liter Wasser transportieren. Während der Hubschrauber der Bundespolizei aus einem Graben der WTD sein Löschwasser bezieht, holt sich der wesentlich größere Bundeswehrhelikopter das Wasser aus dem angrenzenden Möllersee. An dem Badesee verfolgen zahlreiche Schaulustige die Anflüge des CH-53.

Der CH-53 der Bundeswehr holt sein Löschwasser aus dem Möllersee in Meppen. 5000 Liter kann der Hubschrauber mit dem Löschbehälter transportieren. Foto: Harry de Winter

"Alles unter Kontrolle"

Die beiden Brandherde befinden sich auf Höhe Tinnen und Emmeln. Zusammen sind sie jeweils etwa sechs Fußballfelder groß. "Wir haben alles unter Kontrolle", versichert Thomas Malyusz, stellvertretender Direktor der Wehrtechnischen Dienststelle 91. "Der Brand dehnt sich nicht aus. Es werden Glutnester bekämpft, die sich an mehreren Stellen immer wieder bilden." Wann der Brand gelöscht sein wird, sei derzeit noch unklar.

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Manfred Gerweller, Beauftragter für Versuchssicherheit, inspiziert eines der Glutnester auf dem WTD gelände. Foto: Harry de Winter

Nochmals weist die WTD daraufhin, dass je nach Windrichtung im Bereich der Stadt Meppen oder anderen Ortschaften mit Rauch und dem Geruch nach verbranntem Torf zu rechnen ist. 


Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition 91

An der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition 91 (WTD 91) in Meppen arbeiten rund 1000 Beschäftigte. Die Dienststelle ist mit 19.200 Hektar der größte Schieß- und Testplatz in Mitteleuropa. Verschiedenste Organisationen können hier Waffen und Ausrüstung testen. Die WTD 91 ist dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr unterstellt. Seit 1957 ist das Gelände im Besitz der Bundeswehr. Neben dem militärischen Nutzen ist die WTD 91 ein großes Naturschutzgebiet mit Moorcharakter, in dem viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben. Ursprünglich wurde das Gelände 1877 von der Essener Firma Krupp errichtet, um Geschütze und Kanonen zu testen. Das damals dünn besiedelte Emsland war für die Einrichtung eines Schießplatzes ideal, das Gelände lag an der Bahnlinie vom Ruhrgebiet nach Emden.

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