Richter glaubt Angeklagtem nicht Meppener Amtsgericht verurteilt Vorbestraften zu weiterer Haftstrafe

Von Heiner Harnack

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Das Amtsgericht Meppen hat einen Mann wegen Körperverletzung und Nötigung verurteilt. Symbolbild: dpaDas Amtsgericht Meppen hat einen Mann wegen Körperverletzung und Nötigung verurteilt. Symbolbild: dpa

Meppen. Eine Auseinandersetzung zwischen einem jungen Paar hat zu einer Verurteilung des Mannes wegen Körperverletzung und Nötigung geführt. Aufgrund dessen, dass der Verurteilte in den nächsten Wochen eine zuvor ausgesprochene Haftstrafe antreten muss, wird er jetzt für zweieinhalb Jahre im Gefängnis bleiben müssen.

Die Auseinandersetzung hatte nach einer Grillparty begonnen, als der Angeklagte seiner damaligen Freundin unterstellt hatte, mit einem anderen Mann geflirtet zu haben. „Sie hatte mir vorgeworfen, dass ich fremdgehe“, so der Mann in seiner Befragung durch Richter und Staatsanwalt. Er habe sie lediglich so stark festgehalten, weil seine Ex-Freundin eine Borderline-Persönlichkeitsstörung aufweise. So habe er sie nur vor sich selbst schützen wollen, argumentierte er. „Ich habe sie festgehalten, aber nicht eingesperrt“, behauptete der junge Mann, bei dem in einer späteren Polizeikontrolle 1,53 Promille Alkohol im Blut festgestellt wurden.

Aus Notwehr gebissen

Die Geschädigte führte aus, dass ihr Freund sich nach verbalen Attacken auf sie gesetzt, an den Haaren gezogen und sie hin und her geschüttelt habe. „Ich habe ihn dann aus Notwehr gebissen“, führte sie zu den Verletzungen ihres Ex-Freundes aus. Die junge Frau erzählte weiter, dass sie nach der Fehlgeburt des gemeinsamen Kindes wieder Probleme mit ihrer Krankheit bekommen hätte und sich selbst verletzt habe. „Nach dem Vorfall mit unserem Kind konnte ich psychisch nicht mehr“, führte sie weiter aus. Zudem erzählte sie dem Gericht, dass der Angeklagte seinerzeit Drogen wie Amphetamine konsumiert habe.

Bewährung ist gescheitert

Der Bewährungshelfer meinte in seiner Befragung, dass die Bewährung des zwölffach vorbestraften Täters gescheitert sei. Er habe die Termine zur ambulanten Therapie nicht eingehalten, sodass die Bewährung auch widerrufen worden sei. Der Angeklagte gab zu, früher auch Heroin und Kokain zu sich genommen zu haben und bestätigte die Ausführungen des Bewährungshelfers. Nach der Forderung des Staatsanwalts sollte der Mann in Tateinheit wegen Nötigung und Körperverletzung verurteilt werden. Der Anwalt forderte einen Freispruch für seinen Mandanten, da bei den Aussagen von Menschen mit dem Borderline-Syndrom Vorsicht geboten sei. Der Einzelrichter erklärte, dass er der Aussage der Frau mehr Glauben schenke und der Angeklagte erheblich vorbestraft sei. Zu seinen Gunsten könne man höchstens den hohen Alkoholgehalt im Blut sehen, sodass er eine weitere sechsmonatige Haftstrafe für angemessen halte. Der Angeklagte bat darum, seine Haft selbstständig antreten zu können und nicht in Handschellen eingewiesen zu werden.


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