Angeklagter wegen Körperverletzung verurteilt Meppener Gericht verhängt elf Monate Freiheitsstrafe

Von Heiner Harnack

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Wegen Körperverletzung verhängte das Meppener Amtsgericht einen Bewährungsstrafe. Symbolfoto:Wegen Körperverletzung verhängte das Meppener Amtsgericht einen Bewährungsstrafe. Symbolfoto:

Meppen. Weil er zusammen mit einem anderen, nicht identifizierten Mann zwei Personen im Meppener Bermuda-Dreieck beleidigt und verletzt hat, ist ein mehrfach vorbestrafter Angeklagter vom Amtsgericht Meppen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wie sich herausstellte, konnten Videoaufzeichnungen den von den Geschädigten geschilderten Hergang teilweise widerlegen.

Zwei miteinander verwandte Männer hatten nach einem Heimspiel des SV Meppen eine Kneipe im Bermuda-Dreieck besucht, um anschließend mit dem Zug nach Hause zu fahren. Später gaben sie bei der Polizei an, dort verletzt worden zu sein. So hatte einer der Geschädigten einen Nasenbeinbruch und Probleme an einer Zahnprothese erlitten.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte behauptete vor Gericht, einer der Geschädigten habe ihn bespuckt, wobei auch Blut ausgetreten sei. Daraufhin habe er zugeschlagen. Die beiden Geschädigten erklärten, dass sie draußen angepöbelt worden seien und Schutz in einer anderen Kneipe gesucht hätten, da sie keine Lust auf eine Auseinandersetzung gehabt hätten. In dieser Kneipe habe der Angeklagte auch ihre Getränke auf den Boden geworfen, behaupteten sie weiter.

Alkohol im Spiel

Als weiterer Zeuge erzählte der Kneipier, er habe bemerkt, dass sich Ärger zusammenbraue, weshalb er die Beteiligten aufgefordert habe, die Gaststätte zu verlassen. Draußen habe dann auch der zweite Geschädigte Tritte und eine angebrochene Nase erlitten, erzählten die beiden Zeugen weiter.

Der Anwalt des Angeklagten fragte, wie viel Alkohol im Spiel gewesen sei. Es stellte sich heraus, dass bereits seit dem Beginn des Fußballspiels Bier getrunken worden war. Einer der Geschädigten gab an, etwa acht bis zehn Gläser Bier getrunken zu haben. Nachdem der Gastwirt gemerkt hatte, dass es draußen vor der Tür weiteren Ärger gegeben habe, habe er, so seine Aussage, die beiden Männer wieder in die Kneipe geholt. Auf Videoaufzeichnungen war zu erkennen, dass entgegen der Aussage der Geschädigten in dieser Gaststätte niemand zu Boden gegangen ist. Später erklärte einer der Geschädigten, sich doch nicht mehr so genau an alles erinnern zu können.

Provokation

Die Videoaufzeichnungen, so der Richter, ließen auch erkennen, dass einer der Geschädigten den Angeklagten mit einer Flasche von hinten im Rücken „gepiesackt“ habe. Also sei auch von einer Provokation von zumindest einem der Männer auszugehen. Spätestens hier wurde deutlich, dass es sich auch um eine uneidliche Falschaussage gehandelt haben könnte.

Der Angeklagte war bereits wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung, Sachbeschädigung und anderer Delikte vorbestraft. Der Richter fügte aber an, dass sich die Anklage zu diesem Streitfall heftiger lese als es der Videomitschnitt zeige. Unter Einbeziehung eines vorherigen Urteils wurde der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem muss der Verurteilte 250 Euro an einen der Geschädigten zahlen und mit einem Bewährungshelfer zusammen arbeiten.


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