Serie „Woche der Diakonie“ Diakonie im Emsland bietet vielfältige Beratung

Von Heiner Harnack

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Das große Aufgabenspektrum, das die Diakonie in der heutigen Zeit bearbeiten muss, erläuterten (v. l.) Dorothea Währisch-Purz, Heike Wendt, Dagmar Wölk-Eilers und Simone Baalmann. Foto: Heiner HarnackDas große Aufgabenspektrum, das die Diakonie in der heutigen Zeit bearbeiten muss, erläuterten (v. l.) Dorothea Währisch-Purz, Heike Wendt, Dagmar Wölk-Eilers und Simone Baalmann. Foto: Heiner Harnack

Meppen. In Niedersachsen wird die Woche der Diakonie begangen. „Stadt, Land, Schluss?“, lautet das Jahresthema 2018. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären vier Mitarbeiterinnen im Emsland, worin die Aufgaben der Diakonie in der heutigen Zeit bestehen.

Jeder, der eine Frage zu einem bestimmten Thema habe, das zu den Fachbereichen passe, könne die Diakonie aufsuchen, erklärte Diakonie-Geschäftsführerin Dorothea Währisch-Purz. „Man kann aber auch jederzeit die Allgemeine Sozialberatung anrufen, wenn man nicht genau weiß, wie man mit einem Problem umgehen soll.“ Jeder Mensch könne die Organisation aufsuchen, egal, ob der Hilfesuchende einer Konfession angehöre oder nicht. „Jeder hat Anspruch auf Hilfe“, was den Gedanken der Diakonie ausmache.

„Wir schauen, wo das Problem des Menschen liegt und erheben nicht den moralischen Zeigefinger, wenn es sich etwa um Alkohol- oder eine andere Drogensucht handelt“, zeigte Währisch-Purz auf, dass niemand Angst haben müsse, die Diakonie aufzusuchen. Offenes Reden helfe da schon sehr viel, unabhängig davon, in welchem Stadium sich der Mensch befinde. „Die Problematik einer Sucht macht auch vor dem ländlichen Bereich nicht Halt.“

Gesprächsbasis suchen

Bei Partnerschaftsproblemen werde zunächst auch hier der Gesprächsweg gesucht, meinte Dagmar Wölk-Eilers, zuständig für die Schwangerschaftskonfliktberatung. „Manchmal hat ein junges Mädchen per Schwangerschaftstest festgestellt, dass ein Kind unterwegs ist und kann alleine, mit dem Freund oder den Eltern zum Gespräch kommen“, erläuterte sie, dass zunächst immer eine Gesprächsbasis gesucht werde. Natürlich müsse man dann schauen, wie Schule und Ausbildung weiter laufen könnten oder ob eine finanzielle Unterstützung möglich sei. „Was hier besprochen wird, bleibt auch hier, da es eine Schweigepflicht gibt“, machte Wölk-Eilers deutlich, dass niemand Angst haben müsse, Gesprächsinhalte könnten an die falsche Adresse gelangen.

Ein weiterer Inhalt der Arbeit ist die Schuldner- und Insolvenzberatung, wo sich vom jungen, schon durch einen Handyvertrag verschuldeten Menschen bis zum Rentner quasi alle Altersstufen befänden, erklärte Wölk-Eilers. „Da gibt es ein großes Schamgefühl, überhaupt in eine solche Situation gekommen zu sein.“ Dazu komme die Frage nach der Wohnraumsituation, da häufig nach dem Tod des Lebenspartners die Wohnung nicht gehalten werden könne.

Flüchtlingshilfe

„Für Flüchtlinge haben wir vor rund einem Jahr ein Projekt initiiert, wo diese nicht nur Empfänger von Hilfe sind, sondern auch selbst aktiv werden, um etwas zurückzugeben“, erzählte Heike Wendt, die in der Flüchtlingshilfe tätig ist. Kollegin Simone Baalmann meinte, dass zu Beginn der Flüchtlingshilfe hauptsächlich Akuthilfe hätte geleistet werden müssen. „Heute sind die Bedarfe der Flüchtlinge sehr spezifisch geworden und wir lotsen eher, ob es um eine Ausbildung oder eine berufliche Tätigkeit geht.“

Die Ehrenamtlichen seien nach wie vor sehr engagiert, aber auch sehr empört über das, was sich derzeit in der Gesellschaft verändere, so Baalmann weiter. „Integration ist das einzige Mittel, das hilft, diesen Strömungen entgegenzuwirken“, fügte Geschäftsführerin Währisch-Purz hinzu. Man müsse diesen Menschen helfen, hier anzukommen und Teil dieser Gesellschaft zu werden. Da leisteten die Begegnungscafés einen unerhört wichtigen Beitrag, weil dort Menschen ihre ersten Berührungspunkte hätten, und dann auch von den eventuell vorhandenen Vorurteilen abließen.


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