Stadt will Standort beibehalten Meppener Markt bei Händlern und Besuchern in der Diskussion

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Händler und Besucher beklagen die wiederkehrenden Standortwechsel des Meppener Wochenmarkts. Foto: Malte GoltscheHändler und Besucher beklagen die wiederkehrenden Standortwechsel des Meppener Wochenmarkts. Foto: Malte Goltsche

Meppen. Unsere Redaktion erreichte ein Leserbrief, in dem sich die Leserin über den Zustand des Meppener Wochenmarktes beschwert. Er wechsele zu oft den Standort und verliere an Händlern und dadurch an Attraktivität. Wir haben dazu Händler, Kunden und die Stadt Meppen befragt.

"Jedes Mal, wenn irgendein Event stattfindet, bekommt es den Vortritt vor dem Wochenmarkt", schreibt Leserin Marlies Geerdink. Dann würde der Markt, der jede Woche dienstags und samstags stattfindet, auf die Fläche vor dem Supermarkt Kaufland, hinter das Rathaus oder in die Straße Zum Stadtgraben verlegt. Der Marktkunde müsse dann erst suchen. Der wiederkehrende Standortwechsel erhöhe nicht die Kauflust. Diesen Eindruck bestätigt Marktbesucherin Elisabeth Wilkens. Die Meppenerin kauft gerne "frische Sachen, direkt vom Erzeuger". Deshalb geht sie regelmäßig auf den Markt. Doch auch sie sagt: "Die Situation ist nicht ganz zufriedenstellend. Ein fester Standort wäre schon schön."

Verwirrung bei Händlern und Kunden

Auch für die Marktbeschicker ist die Situation unbefriedigend. Wilhelm Robben verkauft seit 16 Jahren seinen Honig aus eigener Produktion auf dem Marktplatz und ist mit den Standortwechseln nicht einverstanden. "Es stört uns, dass wir ständig geschoben werden." Außerdem merkt er an, dass für sein Geschäft andere Standorte besser seien. "In der Nähe vom Kaufland ist mehr Laufkundschaft. Dort mache ich mehr Umsatz, weil alles dichter beisammen ist." Blumenhändler Arthur Meijer steht seit acht Jahren auf dem Meppener Wochenmarkt. Er hat zwar mit den verschiedenen Standorten kein Problem, doch auch er kann die wiederkehrenden Wechsel nicht verstehen. "Das verwirrt uns Händler und unsere Kunden", sagt er.


Blumenhändler Arthur Meijer beklagt die wechselnden Standorte des Marktes. Foto: Malte Goltsche


Ansgar Limbeck vom Stadtmarketing WiM kann die Probleme der Marktbesucher und -Händler zwar in Teilen nachvollziehen, sieht aber auch eine gute Seite. "Man kann das auch positiv betrachten. Die Standortwechsel zeigen doch auch, dass in Meppen regelmäßig etwas los ist." In diesem Jahr habe der Wochenmarkt bislang vier Mal für Veranstaltungen wie das Streetfood Festival ausweichen müssen. Zwei weitere Termine sind noch in Aussicht: die Meppener Kirmes und der Weihnachtsmarkt. Dann ziehe der Wochenmarkt auf den mittlerweile festgelegten Ausweichstandort in der Straße Zum Stadtgraben um. Dieser sei als Ausweichoption optimal, sagt Limbeck: "Dort herrscht immer eine tolle Atmosphäre, das hören wir auch oft von den Besuchern." Gegen die Idee, den Wochenmarkt grundsätzlich dort stattfinden zu lassen argumentiert Limbeck: "Der Markt gehört auf den Marktplatz. Das gehört einfach zusammen. Das ist das Zentrum unserer Stadt."

Wochenmärkte rückläufig

Der zweite Kritikpunkt von Leserin Marlies Geerdink ist der Rückgang der Stände. Diesen Zustand kann Limbeck zwar bestätigen, sieht darin aber ein generelles Problem von Wochenmärkten. "In den letzten Jahren hat sich unser Wochenmarkt um maximal drei Stände verringert. Allerdings sind Wochenmärkte überall rückläufig. Das geht auch an Meppen nicht vorbei." Man versuche für jeden verloren gegangenen Händler einen neuen zu gewinnen. Ab Samstag stehe deshalb auch wieder ein Brotstand auf dem Markt. Die Konkurrenz zu Supermärkten und die überschaubare Beschickerschaft seien aber problematisch. Dennoch versichert der Verantwortliche: "Der Markt wird nicht zusammenbrechen." 

Für viele Meppener ist das eine gute Nachricht. Der Wochenmarkt ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern auch ein Treffpunkt und Kommunikationszentrum für Kunden und Händler. Kundin Elisabeth Wilkens fasst das zusammen: "Der Markt ist toll, ich mag die Atmosphäre mitten in der Stadt. Es ist wie ein Wohnzimmer."


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