Entlastung für die Pfleger Projekt in Meppen soll Bedingungen verbessern

Von Matthias Engelken

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Am Programm zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband, Kreisverband Emsland teil. Foto: EngelkenAm Programm zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband, Kreisverband Emsland teil. Foto: Engelken

Meppen. Mit einem Projekt will der Paritätische Wohlfahrtsverband Emsland die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des Pflegedienstes verbessern.

Gefördert wird das Vorhaben vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung aus dem Programm „Wir machen uns stark für die Pflege“. „Auch in Meppen macht sich der Fachkräftemangel in der Pflege bemerkbar. Gerade in der ambulanten Pflege stoßen die Pflegedienste an die Grenzen des Leistbaren. Um das zu ändern, muss der Job attraktiver werden“, sagt Katrin Niehaus-Scherpenberg. Sie leitet den Pflegedienst beim Paritätischen. Laut Niehaus-Scherpenberg müssen die Rahmenbedingungen in den Pflegeberufen erheblich verbessert werden, damit weiterhin alle Pflegebedürftigen versorgt werden können. Dazu zählen die physische und psychische Gesundheit sowie der Austausch mit Kollegen zur besseren Verarbeitung schwieriger Situationen und besonderer Herausforderungen im beruflichen Alltag. „Während die Zahl der pflegebedürftigen Personen stetig wächst, erhöht sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Pflegekräfte leider nicht in gewünschtem und erforderlichem Maße“, kritisiert die Haselünnerin.

Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von unzureichender Bezahlung über familienunfreundliche Arbeitszeiten bis zu extrem hohen physischen und psychischen Belastungen. Allerdings, so die Pflegedienstleitung, können die grundlegenden Probleme der ambulanten Pflege von den Pflegediensten vor Ort nicht gelöst werden. Umso wichtiger sei es, dass die einzelnen Pflegedienste vor Ort für ihre Mitarbeiter gute Arbeits- und Rahmenbedingungen schaffen, um ihnen die Arbeit zu erleichtern, für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden so gut es geht zu sorgen und die Verbundenheit von bewährten Kräften zur eigenen Einrichtung zu stärken. Aufgrund der hohen Belastung würden darüber hinaus immer häufiger die älteren, bewährten Kräfte erwägen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder ganz aus dem Beruf auszusteigen. „Auch im Pflegedienst des Paritätischen im Emsland erleben wir diesen Trend und wollen mit Unterstützung dieses Projektes versuchen, dem entgegenzuwirken und das Können und das Wissen unserer bewährten Kräfte für unsere Patienten zu halten“, sagt Niehaus-Scherpenberg.

In der Ambulanten Pflege im Paritätischen Emsland sollen Vollzeit- ebenso wie Teilzeitbeschäftigte durch Umsetzung der Projektideen in ihrer Arbeit Entlastung erfahren und langfristig ihre Tätigkeit wieder mit mehr Freude und größerer Gelassenheit ausüben. Des Weiteren hoffen die Organisatoren, durch veränderte Strukturen und deutlich verbesserte Arbeits- und Rahmenbedingungen auch als Arbeitgeber für neue Pflegekräfte interessanter zu werden. Dazu werden als Projektpartner vor Ort Gesundheits- oder Physiotherapeuten, psychologisch geschulte Fachkräfte und Coaches hinzugezogen, die das Praxisangebot für die Pflegekräfte erstellen und durchführen. Auch die Zusammenarbeit mit einem Studio für Physiotherapie und gesundheitliche Fitness ist geplant, um ein spezielles Angebot für die Mitarbeiter des Pflegedienstes zu erstellen.


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