Imkerverein feiert 2019 Jubiläum Meppener Bienen werden immer friedfertiger

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Der Imkerverein Meppen begrüßte sein 100. Mitglied mit einem Präsent (von links): Thomas Wiels, Bernd Neuenstein, Klaus Mann, Sarah Tieben und Carl Drescher. Foto: David HartmannDer Imkerverein Meppen begrüßte sein 100. Mitglied mit einem Präsent (von links): Thomas Wiels, Bernd Neuenstein, Klaus Mann, Sarah Tieben und Carl Drescher. Foto: David Hartmann

Meppen. Überrascht hat mich der Imkerverein Meppen bei meinem Besuch im Rahmen der Serie „Redaktion vor Ort“. Der Verein wird im kommenden Jahr 150 Jahre alt. Trotz des Alters hat der Verein aber keine Nachwuchssorgen.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden Klaus Mann erfuhr ich, dass der Imkerverein „pünktlich zum Vereinsjubiläum das 100. Mitglied“ begrüßen kann. Es es ist die junge Lehrerin Sarah Tieben aus Meppen. Tatsächlich erlebe die Imkerei seit einigen Jahren gerade eine Renaissance. „Allein seit 2016 konnten wir 20 neue Mitglieder begrüßen“, sagt Mann. Sein Dank gilt dem langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Karl Drescher. „Viele jungen Menschen erwerben in seinen Lehrgängen die Grundkenntnisse der Imkerei.“ Mit dem Imkerbrief in den Händen schafften sie sich dann ihre eigenen Bienenstöcke an. „Für den nächsten Lehrgang im Januar 2019 gib es bereits sechs Anmeldungen“, ergänzt der Vorsitzende. Über seinen Vorschlag, selbst einmal einen Kursus zu besuchen, denke ich ernsthaft nach.

Früher stechwütige Insekten

Zumal der Bienenexperte mir sagt, dass Bienen inzwischen sehr viel „friedfertiger“ sind als früher. So berichtet Ehrenvorsitzender Drescher, dass er vor 50 Jahren nicht selten vor stechwütigen Bienen ins Haus flüchten musste. Heute stelle sich die Situation komplett anders da. „Ich kann mich sogar ohne Schutzkleidung um meine Völker kümmern“, sagt Mann. Dies sei das Resultat intensiver Züchtung. Sehr selten gebe es doch noch „stechlustige Völker“. In diesem Fall würde der Imker die Königin abtöten und durch eine friedliche Königin ersetzen. Damit sei das Problem gelöst. In der eigenen Belegstelle züchtet der Imkerverein Meppen deshalb „reinrassige und damit friedliche Königinnen“. Insgesamt besitzen die 100 Mitglieder mehrere hundert Bienenvölker. Dabei würden einige Imker ihre Völker auch außerhalb des Emslandes zum Einsatz bringen.

Gefährliche Krankheiten

Mann warnt deshalb unerfahrene Imker davor, Völker ohne Gesundheitszeugnis zu kaufen. Auf meine Nachfrage hin, erläutert er, dass das Bieneninstitut Celle nach einer Untersuchung eine entsprechende Bescheinigung ausstellt. Bei einem positiven Bescheid weiß der Imker sicher, dass seine Völker keine Krankheiten einschleppen. Leichte Kritik übt er am Landkreis Emsland. „Das Zertifikat ist zwar für neun Monate gültig, kostet aber jedes Mal leider noch eine Gebühr 20 Euro.“

Tieben das 100. Mitglied

Bis zum Jubiläum am 27. April 2019 hat sich der 150 Jahre alte Imkerverein Meppen noch einiges vorgenommen. Ein Ziel wurde bereits erreicht. Das 100. Mitglied ist mit Sarah Tieben gerade beigetreten. „Wir bauen zudem ein Imkermuseum am Kossehof in Meppen“, so der Vereinschef. Nach anfänglichen „ zu teuren Lösungen“ wurde jetzt der Bauantrag für eine Hüttenlösung bei der Stadt Meppen gestellt. Dabei hoffen die Imker auf finanzielle Unterstützung u.a. vom Landkreis Emsland. Sie wollen möglichst bald mit den Bauarbeiten starten und die gute Witterung ausnutzen. Im Museum sollen alte Utensilien der Imkerei präsentiert werden. „Wir haben schon tolle Sachen speziell von ehemaligen Imkern erhalten“, so Mann. Der Verein will sein Jubiläum zudem dafür nutzen, um Bedürftigen zu helfen: „Wir werden 150 Gläser unseres kostbaren Honigs verkaufen und den Erlös für einen guten Zweck spenden.“


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