Poetry-Meisterin als Stargast Redakteure und ihre Hasspost beim Hate Slam in Meppen

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Beim Hate Slam in Lingen vor zwei Jahren lasen sieben NOZ-Redakteure böse Leserbriefe, Stilblüten aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten sowie Seltsames aus Facebook-Diskussionen vor. Foto: Michael GründelBeim Hate Slam in Lingen vor zwei Jahren lasen sieben NOZ-Redakteure böse Leserbriefe, Stilblüten aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten sowie Seltsames aus Facebook-Diskussionen vor. Foto: Michael Gründel

Meppen. Nicht alles, was Leser an die Zeitung schreiben, ist druckfähig. Im Papierkorb landen bösen und beleidigende Leserbriefe aber nicht – sie werden zu einem Bühnenprogramm: Beim Hate Slam lesen Redakteure die Hasspost vor Publikum vor. Der zweite Emsland Hate Slam findet in Meppen am 19. September im Theater statt.

„Schmierenblatt!“ - „Wer keine Ahnung hat, sollte besser nichts sagen.“ - „Du mieser kleiner Spitzel!“ - Das sind ein paar Kostproben aus dem Hate-Slam-Programm, das am 19. September im Theater Meppen zu erleben ist. Die Redakteure Hermann-Josef Mammes, Thomas Pertz, Gerd Schade, Ina Wemhöner und Harry de Winter der Meppener Tagespost und Lingener Tagespost sowie der Ems-Zeitung sowie NOZ-Redakteurin Katharina Ritzer werden auf der Bühne vortragen, was ihnen Leser voller Wut geschrieben haben - unzensiert, aber anonymisiert.

Aber was bedeutet eigentlich das „Slam“ in Poetry Slam oder Hate Slam? Übersetzen lässt es sich mit „Zuschlagen“ oder auch mit „Knall“. Und knallen wird es an diesem Abend, denn manche Menschen haben einen echten Knall. Und wenn diese Menschen dann auch Zeitungsleser sind und unzufrieden mit Kommentaren oder anderen Texten, dann schreiben sie. Per Mail, auf der Homepage der Zeitung oder bei Facebook. Voller Wut, ja voller Hass, manchmal wirr, manchmal schlicht beleidigend. 

Leserbriefe haben in der Zeitung einen festen Platz, auch und gerade die kritischen. Journalisten ist die Meinung ihrer Leser wichtig. Aber wenn die Kritik nicht mehr konstruktiv, sondern nur unflätig ist, gibt es keine Gesprächsbasis mehr. Auseinandersetzen kann man sich damit aber dennoch - eben auf humorige Art beim Hate Slam. Ums Bloßstellen dieser Leserbriefschreiber geht es aber nicht: Die Hasspost, die kuriosen Kündigungsschreiben und die seltsamen Diskussionen bei Facebook werden anonymisiert vorgetragen.

Den Zuhörern bleibt ob der Unverschämtheiten, Beleidigungen und Drohungen oft das Lachen im Halse stecken. Unterhaltsam ist ein solcher Abend aber dennoch - was auch daran liegt, dass die Redakteure sich selbst ebenfalls auf die Schippe nehmen. Denn selbst wer beruflich mit Sprache zu tun hat, liegt manchmal daneben. Solche Stilblüten und Verschreiber haben im Programm des Emsland Hate Slams ebenfalls ihren festen Platz.

Landesmeisterin als Gast

Zudem wird die Bremerin Rita Apel in Meppen auftreten. Sie gewann bereits die Landesmeisterschaften Bremen/Niedersachsen im Poetry-Slam. Die Zuhörer dürfen sich besonders auf ihre „skurrilen Alltagserlebenisse“ freuen.

Karten ab sofort

Der Emsland Hate Slam findet am Mittwoch, 19. September, im Theater Meppen statt; Beginn: 20 Uhr. Karten (6 Euro im Vorverkauf, 8 Euro an der Abendkasse; mit Studentenausweis und EL-Card jeweils 1 Euro Ermäßigung) sind in den Geschäftsstellen der Meppener und Lingener Tagespost sowie der Ems-Zeitung, beim Theater Meppen und online unter www.deinticket.de.


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