Gericht Meppen prüft Zuständigkeit Drohten Angeklagte mit Vergewaltigung und Tod?

Von Heiner Harnack

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Das Amtsgericht Meppen hat den Prozess gegen zwei Männer für eine Überprüfung ausgesetzt. Es hatte sich herausgestellt, dass die vorgeworfenen möglichen Straftaten schwerwiegender waren, als angenommen. Das Amtsgericht ist dann möglicherweise nicht mehr zuständig.  Foto: Michael GründelDas Amtsgericht Meppen hat den Prozess gegen zwei Männer für eine Überprüfung ausgesetzt. Es hatte sich herausgestellt, dass die vorgeworfenen möglichen Straftaten schwerwiegender waren, als angenommen. Das Amtsgericht ist dann möglicherweise nicht mehr zuständig. Foto: Michael Gründel

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat den Prozess gegen zwei Männer für eine Überprüfung ausgesetzt. Es hatte sich herausgestellt, dass die vorgeworfenen möglichen Straftaten schwerwiegender waren, als angenommen. Das Amtsgericht ist dann möglicherweise nicht mehr zuständig.

Demnach soll ein Mann gemeinsam mit einem weiteren Angeklagten zweieinhalb Stunden lang einen Mann und eine Frau geschlagen und massiv bedroht haben. Nur ein Angeklagter vor Gericht erschienen. Er gab an, dass die Tür zur Wohnung des Paares offen gestanden habe und man lediglich Wodka und Bier mit den beiden habe trinken wollen.

Das Paar habe auch noch nicht geschlafen. Es habe zudem keinen Streit gegeben. Man habe sich von der Arbeit gekannt, was der mutmaßlich geschädigte Mann aber bestritt. „Wir kamen aus Polen zurück und wollten uns von der langen Fahrt erholen“, erklärte der mutmaßlich Geschädigte über seine Dolmetscherin. Man habe gemerkt, dass jemand die Tür zur Wohnung habe aufbrechen wollen. Man habe die beiden Angeklagten dann gebeten, die Wohnung wieder zu verlassen, während die Eindringlinge versucht hätten, beiden Alkohol mit Gewalt einzuflößen.

Er habe seiner Lebensgefährtin gesagt, sie solle fliehen. Die beiden Männer hätten ihnen daraufhin aber untersagt, ihre Heimatsprache Polnisch zu sprechen. Dann habe man sich mit Gesten verständigt und seine Partnerin sei auf den Balkon geflüchtet. Der zweite Angeklagte, der nicht zur Verhandlung erschienen war, habe die Frau ins Zimmer zurückgezerrt und sich „an sie gekuschelt“, sagte die Dolmetscherin in der Übersetzung. Dieser Mann sei auch auf die Toilette gegangen und habe dort Drogen konsumiert, meinte der Zeuge.

Schluckbeschwerden

„Sie wollten meine Lebensgefährtin vergewaltigen und uns töten, damit keine Zeugen vorhanden sind“, erklärte er weiter. Dann habe er einen Schlag gegen den Hals bekommen, so dass er zwei Wochen Schwierigkeiten mit der Essensaufnahme und dem Sprechen gehabt habe. Als die beiden Angeklagten einen Autoschlüssel hinter einen Schrank geworfen hätten, seien sie ohne Schuhe und Jacken in die Kälte geflohen, wo es ihm gerade noch gelungen sei, sein Auto zu starten.

Der nicht erschienene Angeklagte habe sich ihnen aber in den Weg gestellt und dabei einen Spiegel abgebrochen. „Dann haben wir uns versteckt und meinen Chef angerufen, der wiederum den Vermieter informiert hat“, sagte der Geschädigte. Letzterer habe dann die Polizei informiert. „Das hat bei uns ein psychisches Trauma hinterlassen.“ Er habe bis heute Angst, in diesen Ort zu fahren, meinte er.

Auf Nachfragen des Richters und der Staatsanwältin sagte der Mann, dass diese Geschehnisse etwa zweieinhalb Stunden gedauert hätten. „Wir haben vor Angst gezittert“. Der Richter deutete an, dass er bei diesen eventuell stattgefundenen Straftaten und dem eventuell zu erwartenden Strafmaß nicht mehr zuständig sei. Man müsse prüfen, ob ein anderes Gericht angerufen werden müsse. Zudem müsse bei diesen Vorwürfen dem Angeklagten ein Pflichtverteidiger zugeordnet werden.


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