Noch 1480 Mitglieder CDU-Kreisverband Meppen will Abwärtstrend stoppen

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Meppen. Mit erstaunlicher Offenheit hat Juliane Große-Neugebauer als erste Mitgliederbeauftragte in der Geschichte des CDU-Kreisverbandes Meppen die Mitgliederentwicklung aufgezeigt.

Danach verlor der Kreisverband mit jetzt noch 1480 Christdemokraten binnen der vergangenen zwei Jahre 120 Mitglieder. „Das ist eine sehr unangenehme Entwicklung“, sagte das Vorstandsmitglied auf dem Kreisparteitag am Dienstagabend im Kolpinghaus 95 anwesenden Parteifreunden. Als einen Hauptgrund nannte sie „das Kasperletheater“ in Berlin mit den viel zu langwierigen Koalitionsverhandlungen.

Ältere CDU-Mitglieder

Die Statistik des Kreisverbandes zeige, dass der Großteil der CDU-Mitglieder im mittleren Emsland zwischen 50 und 70 Jahren alt ist. Leider sei der Anteil der jüngeren im Alter von 21 bis 40 Jahren gering. Zwar gebe es immer noch Parteieintritte, aber vielfach würden die neuen binnen drei Jahren die CDU wieder verlassen.

Komplizierte Parteiarbeit

„Wir müssen uns um die neuen Parteimitglieder mehr kümmern“, sagte Große-Neugebauer.“ Für viele stelle sich die Parteiarbeit als „sehr kompliziert“ dar. Sie sprach das klare Ziel aus: „Wir wollen den Abwärtstrend stoppen.“ Sie forderte alle CDU-Orts- und Stadtverbände im mittleren Emsland auf, eigene Mitgliederbeauftragten bis zum Jahresende zu benennen. Diese würden Anfang 2019 in einem Workshop geschult. „Sie müssen für diesen Job brennen und die Partei nach vorne bringen“, ergänzte sie. CDU-Europaabgeordneter Jens Gieseke unterstützte sie: „Wir müssen Politik umsetzen und Vertrauen zurückgewonnen.“ In Richtung CSU-Schwesterpartei kritisierte er: „Der Umgang der CSU mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist fatal.“ Wenn Bundesinnenminister Horst Seehofer mit der Kanzlerin nicht mehr zusammenarbeiten wolle, „muss er gehen“.

Anderer Wahlkampf

Auch Kreisvorsitzender Holger Cosse versprach mit Blick auf den Großwahltag am 26. Mai 2019, dass die CDU im mittleren Emsland „sichtbar für die Menschen“ sein wird. Wenn es nach ihm ginge, sollen die Emsländer den CDU-Europaabgeordneten Jens Gieseke im Amt bestätigen sowie CDU-Kandidat Marc-Andre Burgdorf zum neuen Landrat wählen. Zudem finden noch Bürgermeisterwahlen in Haselünne, Haren und Twist mit den amtierenden CDU-Bürgermeistern Werner Schräer, Markus Honnigfort und Ernst Schmitz als Kandidaten statt. „Vielleicht kann und muss man im Wahlkampf auch mal etwas verändern“, sagte Cosse. So sollen sich nicht nur die Kandidaten präsentieren, sondern auch verstärkt die CDU als Partei.

Kritik an ENERCON

Der Kreisvorsitzende ging er auf den geplanten Stellenabbau der ENERCON-Tochter AERO Ems in Haren ein. Hier sollen 225 von 275 Arbeitsplätze zum Monatsende verschwinden. Der Christdemokrat erinnerte ENERCON daran, dass die Ansiedlung 2013 mit öffentlichen Fördermitteln bezuschusst wurde. Die Palette reiche vom Grundstück über den Bahnanschluss bis zum Straßenbau. Da der Breitbandausbau im Emsland bereits weit fortgeschritten sei, schlug er vor, der Landkreis möge sich als Pilotregion für eine schnelles Internet per Mobilfunk (5G) bewerben.

Beitrag angehoben

Einstimmig sprachen sich die Mitglieder dafür aus, den Monatsbeitrag von fünf auf sechs Euro anzuheben. Schatzmeister Jürgen Schwering sieht damit für den CDU-Kreisverband die Möglichkeit, „auf Dauer gute politische Arbeit leisten zu können“. Tatsächlich verzeichnete der Verband im vergangenen Jahr bei Einnahmen von 165.600 Euro und Ausgaben von 173.800 ein Defizit von 8.200 Euro. In geheimer Wahl ernannten die CDU-Mitglieder zudem Anette von Zoest zur Schriftführerin und Dirk Hake zum Besitzer des Kreisvorstandes.


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