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Ärzte, Schwestern und Pfleger erleichterten dem Medizinstudenten den Einstieg – „Bin froh, wieder im Emsland zu sein“ Lingen: Alexander Hagen absolviert sein Praktisches Jahr im Boni

Alexander Hagen (r.) und Stationsarzt der Geriatrie am St.-Bonifatius-Krankenhaus in Lingen, Thomas BoitmannAlexander Hagen (r.) und Stationsarzt der Geriatrie am St.-Bonifatius-Krankenhaus in Lingen, Thomas Boitmann

Meppen. Seit August dieses Jahres befinde ich mich im Praktischen Jahr (PJ) im Lingener St.-Bonifatius-Hospital. Um es bis ins PJ zu schaffen, sind zehn Semester des Medizinstudiums erfolgreich zu bewältigen.

Für die ersten vier Semester verschlug es mich 2006 in den deutschsprachigen Studiengang der Universität in Budapest. Ab 2008 schlossen sich sechs Semester an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena an. Insgesamt fünf Jahre, in denen ich mich an meinen weit entfernten Studienorten stets wohlfühlte, das heimische Emsland aber auch immer ein bisschen vermisste und mehr und mehr zu schätzen lernte.

Während meines Studiums blieb ich dem Emsland ohnehin treu: In den Semesterferien absolvierte ich meine Famulaturen im Meppener Ludmillenstift. Lehrreiche Monate verbrachte ich auch bei einem Hausarzt in meiner Heimatstadt Haren. Der Allgemeinmediziner opferte viel Zeit für meine Ausbildung, nahm mich mit zu Hausbesuchen und war immer bereit, mir alle Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten zu erklären.

Dass ich nun in Lingen mein PJ absolvieren kann, ist auch dem Landkreis Emsland zu verdanken, der mich bei meiner Bewerbung unterstützt hat. Vom PJ in Lingen hatte ich nur Gutes gehört, was ich bis jetzt nur bestätigen kann. Vom manchmal recht theoretischen Uniunterricht mitten in den Klinikalltag – das war für mich am Anfang eine Umstellung. Aber das Team der Ärzte, Schwestern und Pfleger machte mir den Einstieg von Anfang an leicht. Jeder Arzt ist gerne bereit, meine Fragen zu beantworten oder mich in praktischen Methoden anzuleiten. Weil ich das Gefühl habe, dass den Ärzten meine Ausbildung am Herzen liegt, macht mir die Arbeit viel Spaß.

Ein Arzt unterrichtet mich beispielsweise regelmäßig bei Ultraschalluntersuchungen des Herzens, der Chefarzt der Anästhesie bietet ein umfangreiches Fortbildungsprogramm inklusive „Intensivmedizinischen Wochenendes“ an, an dem ich als PJ-ler auch teilnehmen darf. Die Ausbildung ist persönlicher, als an großen Universitätskliniken. Dort ist ein PJler oft nur einer unter vielen.

Bereits bei meinem Start in der Geriatrie wurde ich von den beiden Stationsärzten vom ersten Tag an sehr gut betreut und eingearbeitet. Ich werde bei den Visiten mit eingebunden, führe Aufnahmegespräche mit Patienten und Untersuchungen durch, die ich anschließend mit dem zuständigen Arzt bespreche. Das Üben der praktischen Fertigkeiten steht natürlich ebenso auf der Tagesordnung. In Lingen bekomme ich zudem monatlich 400 Euro, ein möbliertes Zimmer und zwei Mahlzeiten pro Arbeitstag. Ein großzügiges Angebot im Vergleich zu den meisten anderen Kliniken in Deutschland. Ich bin froh, wieder im Emsland zu sein.

Alexander Hagen ist 25 Jahre alt, wurde in Meppen geboren und lebt jetzt in Haren. St. Bonifatius ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Hochschule Hannover.


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