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Havelse freute sich „über den schnellsten Wiederaufstieg“ – Arminia traf es hart Kettenreaktion von Koblenz bis Hannover

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Meppen. Unabhängig voneinander begannen zwei Kettenreaktionen in der 3. Liga und der Oberliga. Dass Koblenz die Drittligalizenz nicht bekam und Kicker Emden – nach vorausgegangenem Zulassungs-Hickhack – und Eintracht Nordhorn die Insolvenz anmeldeten, hatte Folgen. Besonders hart haben sie Arminia Hannover getroffen. Die Mosaiksteine:

TuS Koblenz

Als Elfter hatte sich der TuS Koblenz am Ende der Saison 2010/11 für die 3. Liga qualifiziert. Doch wegen des angehäuften Schuldenbergs verweigerte der Deutsche Fußballbund (DFB) dem Club, der von 2006 bis 2010 in der Zweiten Bundesliga spielte, die Lizenz. Es drohte sogar der Absturz in die Ober- oder Verbandsliga. Nicht nur, weil der Verein die Unterlagen mit 52-minütiger Verspätung eingereicht haben soll. Erst im letzten Moment, am 30. Juni, bekam der Klub, der 2011 sein hundertjähriges Jubiläum feierte, die Lizenz für die Regionalliga West. Dort reicht es zurzeit nur für den letzten Tabellenplatz.

SF Lotte

Nach der Spielordnung des Deutschen Fußballbundes spielen in der Regionalliga 54 Mannschaften in drei 18er-Staffeln. Die Einteilung soll nach regionalen Gesichtspunkten erfolgen. Die Sportfreunde Lotte aus dem Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wehrten sich im Juni gegen den angedachten Umzug von der West- in die Nordstaffel. Zum einen führte Lotte wirtschaftliche Gründe wie „mehrere Tausend zusätzliche Fahrtkilometer“ an, zum anderen hätte dem hoch ambitionierten Newcomer-Club mit RB Leipzig ein sportlicher Hochkaräter auf dem Weg in die Drittklassigkeit im Weg gestanden. Lotte führt die Tabelle der Regionalliga West an, die statt mit den vorgesehenen 18 mit 19 Teams besetzt ist.

TSV Havelse

Einer „Unterbesetzung“ der Regionalliga Nord mit nur 17 Clubs – Werder Bremen II blieb in der Dritten Liga, weil Koblenz und RW Ahlen keine Lizenz erhalten haben – kam der Norddeutsche Fußballverband mit dem Präsidiumsbeschluss zuvor, dass der gerade abgestiegene TSV Havelse doch in der Vierten Liga bleiben dürfe. Damit spielen im Norden ebenfalls 18 Teams, bundesweit allerdings 55 statt der geplanten 54. „Das ist der schnellste Wiederaufstieg, den ich feiern durfte“, wurde TSV-Manager Stefan Pralle zitiert. Trotz der langen Planungsunsicherheit rückt der ehemalige Zweitligist zur Winterpause auf den siebten Tabellenplatz vor.

Eintracht Nordhorn

Eine finanzielle Schieflage der Eintracht wurde an der Gerüchtebörse schon länger gehandelt. Wenige Tage vor Weihnachten beantragte der ranghöchste Grafschafter Fußballclub die Insolvenz. Die Spieler des Zehnten der Oberliga Niedersachsen konnten sich neue Vereine suchen. Der 1945 gegründete Verein hofft auf einen Neubeginn in der Landesliga.

Kickers Emden

Vor drei Jahren klopfte der ranghöchste ostfriesische Fußballverein noch ans Tor zur Zweiten Bundesliga, dann verabschiedete er sich aus finanziellen Gründen in die Fünftklassigkeit. Anfang Juni 2011 verweigerte die Prüfungskommission des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) Emden wegen einer Finanzierungslücke von 295000 Euro die Lizenz zur Oberliga. Der Verein legte Beschwerde ein, das NFV-Präsidium erteilte anschließend die Zulassung zur Oberliga. Im November stellten die Kickers den Insolvenzantrag – das Verfahren wurde bereits eröffnet. Emden will ab Sommer in der Landesliga wieder durchstarten.

FC Schüttorf 09

Die Grafschafter profitierten Ende der vergangenen Saison davon, dass Emden nachträglich für die Oberliga zugelassen wurde. Ansonsten wären die Ostfriesen in die Landesliga gekommen – der FC 09 mit dem aus Spelle stammenden Trainer Siggi Wolters aber wegen der gleitenden Abstiegsskala in die Bezirksliga zurückgestuft worden.

Arminia Hannover

Die Landeshauptstädter hegten im Sommer die Hoffnung, dass sie wegen der lang dauernden Unsicherheit über ihre Klassenzugehörigkeit doch noch in der Oberliga bleiben könnten. Sie hatten auf eine Aufstockung der Liga gehofft. Vergeblich „gefühlt sind wir zum zweiten Mal abgestiegen. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass Emden noch die Lizenz bekommt“, sagte Manager Frank Willig. Nach Bekanntwerden der erneuten Kickers-Zahlungsschwierigkeiten begehrten die Landeshauptstädter Einsicht in die schriftlichen Begründungen der Zulassungskommission und des NFV-Präsidiums. Arminia reichte Klage beim Landgericht Hannover ein, das allerdings die Zuständigkeit beim Verbandssportgericht sah und den Club dorthin verwiesen hat. Landesligist Arminia Hannover drängt weiter auf Klärung.


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