1500 Einschulungen an Gymnasien Schulen im mittleren Emsland müssen Lehrer abordnen

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Lehrer im mittleren Emsland werden auch in diesem Jahr zum Unterricht an andere Schulen abgeordnet. Symbolfoto: dpaLehrer im mittleren Emsland werden auch in diesem Jahr zum Unterricht an andere Schulen abgeordnet. Symbolfoto: dpa

Meppen. Die Gymnasien im mittleren Emsland müssen auch im neuen Schuljahr 2018/19 Lehrer an andere Schulen abgeben. Das bestätigten die Schulleiter aus Meppen, Haren und Haselünne auf Anfrage unserer Redaktion.

Zum Schulbeginn am 8. August haben sich im gesamten Emsland 1477 Schüler für die emsländischen Gymnasien angemeldet. Das geht aus der Anmeldestatistik des Landkreises Emsland aus dem Juni hervor. Die Zahlen dürften sich seitdem noch leicht verändert haben. Konkrete Angaben möchte aus Datenschutzgründen aber kaum ein Schulleiter der Region machen.

Ausnahme ist Norbert Schlee-Schüler vom St. Ursula Gymnasium in Haselünne. Dort seien 83 Schüler in die fünfte Klasse eingeschult worden, sagt der Schulleiter. Das sind 25 weniger als im vergangenen Jahr. „Das liegt an der Schwankung in der Geburtenzahl. Generell ist die Überführungsquote von der Grundschule ins Gymnasium bei 43 Prozent. Bei uns in Haselünne sind es sogar 50 Prozent. Es liegt also tatsächlich an der Anzahl der Kinder.“ Nach der Statistik des Landkreises Emsland beträgt die Zahl der Fünftklässler am Gymnasium Haren 84 (2017: 80), am Windthorstgymnasium Meppen 134 (2017: 133) und am Marianum Meppen 140 (2017: 142).

Abordnungen weiter üblich

Das neue Schuljahr bedeute für die Lehrer nicht nur, neue Schüler kennenzulernen, sondern auch erneut, Unterricht an anderen Schulen abzuhalten. Erneut müssen die Gymnasien in Meppen, Haren und Haselünne Lehrer an die Grund- oder Oberschulen abordnen, damit deren Unterrichtsversorgung sichergestellt ist.

Aussagen unkonkret

Auch hier bleiben die Aussagen teilweise wenig konkret. Die Schulleiterin des Meppener Windthorst-Gymnasiums, Daniela Brüsse-Haustein, sagt lediglich: „Wir ordnen auch in diesem Jahr Lehrer ab, sind aber weiterhin gut versorgt. Die Landesschulbehörde berechnet die Abordnungen immer mit gutem Augenmaß.“ Aus Haselünne gibt es ebenfalls keine exakte Auskunft, aber die abgeordneten Unterrichtsstunden liegen „bei ungefähr 50 in der Woche“, bestätigt Schulleiter Norbert Schlee-Schüler. Auch er versichert: „Wir sind immer noch sehr gut versorgt. Alle unsere Lehrer haben freiwillig den Unterricht an anderen Schulen übernommen. Wir sehen ein, dass wir ihnen helfen müssen.“

Blick über den Tellerrand

Michael Heuking, Schulleiter am Gymnasium Haren, sieht sogar positive Aspekte bei den Abordnungen: „Es ist zwar keine Dauerlösung, aber ein guter Blick über den Tellerrand, mal zu schauen, wie andere Schulen arbeiten. Wir nehmen das durchaus positiv wahr.“ Das Gymnasium Haren stellt für 47 Stunden in der Woche seine Lehrer anderen Schulen zur Verfügung. Heuking stellt jedoch klar, dass der Betrieb in seiner Schule durch die Abordnungen nur im AG-Bereich minimale Einschränkungen erfährt. Ansonsten sei alles gut gelaufen und in Zusammenarbeit mit der Landesschulbehörde sei gute Vorarbeit geleistet worden.

Keine exakten Zahlen

Was die konkreten Zahlen für Abordnungen und Neueinschulungen angeht, berufen sich die Schulen oft auf die Landesschulbehörde Niedersachsen. Diese erhebt die Statistiken allerdings erst nach dem Einstellungsschluss für Lehrer am 23. August. Mit der Gesamtauswertung sei dann zum Ende des Monats zu rechnen, teilte die Behörde mit. Insgesamt sind im vergangenen Schuljahr 2017/18 landesweit 2730 Lehrer von Abordnungen an eine andere Schulform betroffen gewesen. Niedersachsens Kultusminister Grant-Henrik Tonne (SPD) wollte diese Zahl zu diesem Schuljahr durch Neueinstellungen deutlich reduzieren.


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