A.R.T Trio mit spannungsgeladener Musik Nordic Jazz im sommerwarmen Meppener Güterbahnhof

Von Gerd Mecklenborg

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Das virtuose Konzertflügelspiel von Rainer Rohe, Andreas Hovelings akzentuierte Schlagzeug-Untermalung und das singende Cello von Tessie Stade formten im Alten Güterbahnhof ein aufregendes Klanggemälde. Foto: Gerd MecklenborgDas virtuose Konzertflügelspiel von Rainer Rohe, Andreas Hovelings akzentuierte Schlagzeug-Untermalung und das singende Cello von Tessie Stade formten im Alten Güterbahnhof ein aufregendes Klanggemälde. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Da haben André Dausin und Jens Menke, die Veranstalter der Livekonzert-Reihe im Alten Güterbahnhof in Meppen, einmal mehr einen Glücksgriff gemacht, indem sie die Lokalmatadoren Andreas Hoveling (Drums), Rainer Rohe (Flügel) und Tessie Stade (Cello) am Freitagabend zum „Klingelbeutelkonzert“ eingeladen haben.

Alle Sitzplätze waren kurz nach Türöffnung bereits besetzt, und die stehenden Konzertbesucher mussten sich ihren Platz bis hin in die Verkaufsräume des angrenzenden Klavierhauses suchen. Machte ihnen gar nichts, denn sie wussten alle bereits im Vorfeld, dass ihnen ein Jazzmenü der absoluten Spitzenklasse aufgetischt wird.

Die spielfreudige Jazz-Formation – in der recht ungewöhnlichen Besetzung mit einem klassischen Cello – hat sich den Namen A.R.T Trio verpasst. Die drei Musiker lehnen sich damit an ein bekanntes Vorbild an, und das ist ihnen in Meppen in jeder Hinsicht hervorragend gelungen. Gemeint ist das Esbjörn Svensson Trio, das in Kurzform als E.S.T firmierte. E.S.T. war ein schwedisches Jazz-Trio, 1990 gegründet von Esbjörn Svensson (Klavier), Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug), das schnell zum wohl bekanntesten Vertreter der skandinavischen Jazzszene avancierte.

Nordische Klarheit

Die Stilelemente dieses musikalischen Vorbilds waren so auch ein Bestandteil der musikalischen Darbietung des A.R.T Trios. So genossen die begeisterten Zuhörer, unter ihnen viele ausgewiesene Jazzkenner, einen Mix aus klassischen Jazzstandards, spannenden Titeln aus eigener Feder und einige experimentell angehauchte Sounderlebnisse.

Und die nordische Klarheit in den Klangbildern des Trios passte vom ersten Takt an bestens zu den sommerabendwarmen Temperaturen in und vor den Räumen des Alten Güterbahnhofs. Denn auch draußen, vor den weit geöffneten Türen, konnten die Jazzfans die tolle Musik genießen.

Überraschungsreich

Nicht nur Jazzfreaks kamen bei der spannenden, überraschungsreichen Setlist auf ihre Kosten. Immer wieder gab es auch Ausflüge in Art-Rock-Gefilde, besonders dann, wenn Tessie Stade mit verschiedenen Effektgeräten ihr Cello singen ließ oder als perkussives Instrument mit einer Loop-Machine einsetzte.

So zog sich ein Konglomerat aus verschiedenen Stilrichtungen durch den Auftritt. Aber es war immer der Jazz, mal in Balladenform, mal swingend, und von allen drei Musikern virtuos vorgetragen, der als roter Faden das Gesamtwerk zusammenhielt. Jubelnde Ovationen aus dem Publikum belohnten diese Experimentierfreudigkeit und die stilistische Vielfalt, die ein buntes, aber in keiner Weise zu nordisch-unterkühltes Klangbild erzeugte.


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