Weniger Asylbewerber im Emsland Meppen: 128,9 Millionen Euro für Sozialhilfe

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Viele Mitarbeiter vom Vitus-Werk arbeiten im Rahmen der Eingliederungshilfe in den Werkstätten in Meppen. Foto: Hermann-Josef MammesViele Mitarbeiter vom Vitus-Werk arbeiten im Rahmen der Eingliederungshilfe in den Werkstätten in Meppen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Die Ausgaben für die Sozialhilfe im Emsland steigen weiter. Kreissozialamtsleiter Richard Peters sagte dem Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration, dass die Summe in 2017 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 128,9 Millionen Euro angestiegen sei.

Davon musste der Landkreis 17,3 Millionen Euro aus dem eigenen Finanzsäckel aufbringen. Die restlichen Gelder steuerten Land und Bund bei. Die Kosten für 2018 werden vermutlich noch höher ausfallen“, sagte der Amtsleiter der Kreisverwaltung in der Ausschusssitzung. Ein Grund seien die vom Bund und Land vorgeben Steigerungen bei den Vergütungssätzen um 2,88 Prozent.

Erfreuliche Entwicklung

Allerdings gebe es auch erfreuliche Entwicklungen. Die Hilfen für das Asylbewerberleistungsgesetz sanken binnen eines Jahres von 34,8 Millionen in 2016 auf 18,7 Millionen in 2017 drastisch. Für 2018 zeichne sich eine weitere Kostenreduzierung ab. So verringerte sich die Zahl der Asylbewerber von 5344 in 2016 auf 1733 (Ende 2017). Zurzeit leben im Landkreis noch 1392 Leistungsempfänger. Insgesamt summierten sich die Ausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz im Landkreis von 2013 bis 2017 auf 92,8 Millionen Euro. Peters sagte, dass davon Bund und Land dem Emsland 88 Millionen erstatteten.

3396 Bedürftige

Sogar zu 100 Prozent kommt der Bund für die Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung auf. Dabei führe der demografische Wandel zu immer mehr Bedürftigen. Im Jahr 2016 erhielten 3193 Menschen im Emsland 16,9 Millionen Euro. Im Folgejahr mussten bereits 3396 Bedürftige mit 18,5 Millionen Euro unterstützt werden. Immer mehr Emsländer sind zudem auf die Tages- bzw. Kurzzeitpflegeplätze angewiesen. Im abgelaufenen Jahr nutzten 2473 Menschen das Angebot der Tagespflege und 3057 der Kurzzeitpflege.

Eingliederungshilfe teurer

Immer kostspieliger wird die Eingliederungshilfe. Damit wird dem Gedanken der Inklusion Rechnung getragen. Inzwischen seien 213 Schulbegleiter im Einsatz. Sie gewährleisten das Kinder mit einer körperlichen und seelischen Behinderung die Regelschule besuchen können. Im Rahmen der Eingliederungshilfe werden u.a. seelisch erkrankte Menschen in ambulanten betreuten Wohngruppen betreut. 711 Menschen machten insgesamt von dieser Möglichkeit Gebrauch. Weitere Eingliederungshilfen bieten die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Insgesamt betrug die Eingliederungshilfe im Emsland im vergangenen Jahr 99,9 Millionen Euro gegenüber 95,4 Millionen Euro in 2016.

Freiwillige Fördergelder

Darüber hinaus förderte der Landkreis Baumaßnahmen von Krankenhäusern und Wohlfahrtsverbänden mit 3,2 Millionen Euro. Mit rund 600.000 Euro förderte der Landkreis auf freiwilliger Basis Vereine und Verbände der Wohlfahrtpflege. Zudem wurden Selbsthilfegruppen und Erholungsmaßnahmen für Familien unterstützt.

Dank an Sozialamt

Im Namen der CDU-Kreistagsfraktion bedankte sich Arnold Terborg für die „tolle Arbeit“ der Mitarbeiter des Sozialamtes. Edeltraut Graeßner (SPD) befürchtet, dass die Altersarmut weiter um sich greife, da die Rente oft zu niedrig sei. Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis sprach mit Blick auf die notwendige schulische und berufliche Qualifizierung von Flüchtlingen u.a. durch die Jobcenter des Emslandes von einer „Mega-Aufgabe“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN