Gute Sozialprognose für Osteuropäer Meppener Amtsgericht verhängt Bewährungsstrafe für Drogenhändler

Von Heiner Harnack

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Zu einer Bewährungsstrafe verurteilte das Amtsgericht Meppen einen osteuropäischen Drogenhändler. Symbolfoto: dpaZu einer Bewährungsstrafe verurteilte das Amtsgericht Meppen einen osteuropäischen Drogenhändler. Symbolfoto: dpa

Meppen. Wegen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge hat ein Mann aus Osteuropa bereits ein knappes halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen. Die Polizei hatte den Angeklagten im Februar des Jahres auf der B 402 gestoppt und in dessen Fahrzeug unter anderem Marihuana, Cannabis, Amphetamine, mehrere Feinwaagen und eine größere Summe Bargeld sicher gestellt.

Direkt aus der Untersuchungshaft wurde der Angeklagte in Handschellen in den Gerichtssaal des Amtsgerichtes Meppen geführt. Der Staatsanwalt warf diesem vor, die Drogen illegal aus den Niederlanden eingeführt zu haben. Auch bei einer Haussuchung in dessen Privaträumen seien Marihuana und Amphetamine vorgefunden worden. Für den nicht der deutschen Sprache mächtigen Angeklagten, eine Dolmetscherin war zugegen, erklärte dessen Verteidiger, dass für seinen Mandanten nach dem Tod seiner Ehefrau eine Welt zusammen gebrochen und dieser quasi auf die schiefe Bahn geraten sei.

Gute Sozialprognose

Der Anwalt führte weiter aus, dass der Osteuropäer bereits jetzt eine Zusage erhalten habe, bei seinem früheren Arbeitgeber wieder als Schweißer beginnen zu können, was als gute Sozialprognose anzusehen sei. Ebenso sei sein Mandant bisher nicht mit einer Vorstrafe in Erscheinung getreten. Auf Nachfrage des Staatsanwalts antwortete der Angeklagte, dass die bei ihm zu Hause gefundenen Drogen lediglich für den Eigengebrauch bestimmt gewesen seien und etwa einen Wert von 500 Euro gehabt hätten.

Da der Mann die Straftaten, Einfuhr in die Bundesrepublik, Verkauf und Besitz von Drogen nebst Zubehör, eingeräumt hatte, plädierte der Vertreter der Anklage, auch aufgrund der guten Sozialprognose, den Angeklagten wegen eines minder schweren Falls zu verurteilen. Der Anwalt forderte, beim Urteil auf die Gründe einzugehen, die seinen Mandanten mit Drogen in Kontakt gebracht hätten und bat das Gericht um eine Bewährungsstrafe, da sein Mandant sofort wieder den Arbeitsplatz im Emsland antreten könne. Der Angeklagte entschuldigte sich beim Schöffengericht für seine Verhaltensweise und hoffte, dass dieses eine angemessene Strafe verhänge.

Dreijährige Bewährungszeit

Nach kurzer Verhandlungspause entschied das Gericht, dass der Mann zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren zu verurteilen sei, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zum Vorteil gereichte dem Verurteilten, dass er der Einziehung der Geldsumme von 2960 Euro, die während der Überprüfung gefunden wurden, zugestimmt und er bereits ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen habe. Als weiteren Pluspunkt wertete das dreiköpfige Gericht, dass der Mann sofort an seinen Arbeitsplatz zurückkehren könne. Als weitere Auflagen muss der Verurteilte pro Monat jeweils 100 Euro an eine soziale Einrichtung überweisen und in positiver Weise mit seinem Bewährungshelfer zusammen arbeiten.


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